WILDESHAUSEN - WILDESHAUSEN/ME - „Ich begrüße das sehr“, meinte gestern Abend der Wildeshauser Ehrenbürger und ehemaliger Bürgermeister sowie Pfarrgemeinderatsvorsitzende der St.-Peter-Gemeinde, Manfred Rollié, in einer ersten Stellungnahme. Auf ein positives Echo in der Kreisstadt fiel die Wahl von Joseph Kardinal Ratzinger zum neuen Papst.
Ich hoffe, dass er etwas von dem wahr macht, was er früher einmal vertreten habe, erinnert Rollié an die 60er Jahre, in denen Ratzinger als Bischof zum Konzil eine Öffnung und Dezentralisierung der Kirche vertreten habe. Erst der Auftritt radikaler Gruppierungen an der Universität Tübingen hätten den neuen Papst damals konservativer gemacht.
Aufgrund des Wissens um regionale Besonderheiten wünscht sich Rollié mehr Verantwortung für die deutsche Bischofskonferenz. Rollié: „Die Wahl hat aber gezeigt, dass auch ein Deutscher Papst werden kann.“ Das Pontifikat sieht Rollié auch als Brücke zwischen der langen und einflussreichen Amtszeit von Johannes Paul II. und einer neuen Ära.
In der Sitzung des Finanzausschusses des Kreistages überraschte Vorsitzender Heiko Jünger die Mitglieder während der Beratungen zum möglichen Austritt des Landkreises aus dem Kommunalen Arbeitgeberverband mit der Nachricht. Insbesondere in den christdemokratischen Fraktionsreihen wurde die Wahl eines Deutschen an die Spitze der katholischen Kirche mit sichtlicher Zustimmung aufgenommen.
Im vierten oder fünften Wahlgang hatten sich die 115 Kardinäle gestern bei dem Konklave in der Sixtinischen Kapelle in Rom auf den Nachfolger des vor 17 Tagen verstorbenen Johannes Paul II. geeinigt.
Als Zeichen der geglückten Abstimmung kam gestern Abend weißer Rauch aus dem Schornstein der Kirche. Der neue Papst gab sich den Namen Benedikt XVI. Damit wurde erstmals nach 480 Jahren wieder ein Deutscher zum Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche gewählt.
