WILDESHAUSEN - Es geht um die unterschiedlichen Preise für das Bauland im Westen Wildeshausens. Grundstückseigentümer sollen enteignet werden.

von karsten bandlow

WILDESHAUSEN - Die städtebauliche Entwicklungsmaßnahme im Westen Wildeshausens und die dabei drohenden Enteignungen verkaufsunwilliger Grundstückseigentümer der Flächen zwischen Westring, Ahlhorner Straße, Visbeker Straße und Bargloy erregen weiterhin die Gemüter. Jetzt hat sich auch die Kreistagsfraktion der FDP der Sache angenommen. Gestern ließ sie sich vor Ort von den streitenden Parteien die gegensätzlichen Argumente darlegen.

Einer der betroffenen Grundstückseigentümer, Eike Bruns, hatte sich an den Vorsitzenden der FDP-Fraktion, Ernst-August Bode, gewandt, der sich mit seinen Kreistags-Kollegen, der Bundestagsabgeordneten Angelika Brunkhorst und Hergen Stolle aus der Wildeshauser FDP-Ratsfraktion die unterschiedlichen Argumente vom Ersten Stadtrat Willi Möser und dem stellvertretenden Fachbereichsleiter Bau der Stadt, Jens Kuraschinski, einerseits sowie der Grundstückseigentümer Eike Bruns, Herbert Müller und Heinrich Poppe andererseits erläutern ließ.

Im Prinzip geht es um die unterschiedlichen Preise, die die Stadt für die Grundstücke in diesem Gebiet zahlen will. Während die im früheren Flächennutzungsplan ausgewiesenen Flächen 7,50 Euro wert sein sollen, wird für die nach dem Stichtag am 25. November 1999 in den Bebauungsplan aufgenommenen lediglich 2,50 Euro angeboten. Dagegen wehren sich die Betroffenen und wollen klagen.

An der Enteignung führt aus Sicht der Stadt kein Weg vorbei. Das Baugesetz sei bindend, die Preise festgeschrieben. Möser: „Wir haben keinen Verhandlungsspielraum.“ Nach Auffassung der Eigentümer spielt die Stadt nicht mit offenen Karten, wie Eike Bruns beklagt. Entscheiden muss den Streit die Regierungsvertretung in Oldenburg oder später die Baulandkammer.

Die kommunale Kontroverse am Stadtrand war gestern nicht der einzige Ortstermin der FDP-Politiker. Sie informierten sich außerdem über den Radwegeabschnitt an der Landesstraße L 882 zwischen Kleinenkneten und der Kreisgrenze nach Vechta, für dessen Ausbau vom Land 120 000 Euro bereitgestellt werden, und die Entwicklung seit der Neustrukturierung bei der Kreismusikschule.