WILDESHAUSEN - Gerne hätten die rund 20 Demonstranten bei ihrer Kundgebung vor dem Büro der FDP-Bundestagsabgeordneten Angelika Brunkhorst an der Sonnenstraße in Wildeshausen am Sonnabendvormittag mit der liberalen Politikerin persönlich gesprochen. Doch Brunkhorst hatte schon im Vorfeld abgewunken und auf andere Termine verwiesen.
Andreas Mikutta vom Grünen-Ortsverband Harpstedt, Vertreter der Montags-Demo-Gruppe gegen Atomkraft um Jan Henning Wiese sowie Vertreter der Linken um die Landtagsabgeordnete Kreszentia Flauger an der Spitze zeigten sich bitter enttäuscht. „In Anrufen hier im Büro, per Mail und Brief haben wir uns um einen Gesprächstermin bemüht, doch keinen Erfolg gehabt. Dabei sind jetzt Gespräche so wichtig, damit jeder Bürger weiß, was nun in Sachen Kernkraft auf ihn zukommt“, erklärte Mikutta. Von der Initiative „Campact“ (Demokratie in Aktion) läuft seit einer Woche eine Aktion mit dem Ziel, 360 Bundestagsabgeordnete direkt anzusprechen und mit ihnen die Atomkraft-Zukunft zu diskutieren. „Die Resonanz der FDP ist mager. Von Frau Brunkhorst wird keine Bereitschaft zu Gesprächen signalisiert“, so Mikutta.
Deshalb habe man sich zur Kundgebung vor dem FDP-Büro versammelt, um so die Bundestagsabgeordnete auf Umwegen an den Gesprächstisch zu holen. Mikutta: „Frau Brunkhorst sitzt alle Versuche auf Austausch einfach aus. Das kann sie als örtliche Vertreterin im Bundestag nicht machen, zumal die Atomkraft und Energiepolitik ihr Ressort sind.“
Mitgebracht hatten die Demonstranten verschiedene „Geschenke“. Darunter Isolierband für Fenster, um im schlimmsten Falle die Strahlung nach Möglichkeit außer Haus zu lassen, Schokolade als Nervennahrung, eine Energiesparlampe und andere Utensilien gegen die Atomkraft. Demonstrativ brachten die Demonstranten auch noch Kühlwasser mit, falls die Kühlung der Brennstäbe einmal versagen würde. In einer Menschenkette wurde das Wasser vor die Tür der Geschäftsstelle befördert.
Vor Ort war auch Gerd von Seggern von der Arbeitsgruppe gegen Elektrosmog aus Ganderkesee. Er warb dafür, die alternativ erzeugten Strommassen künftig im Erdkabel zu führen. „Der Netzausbau gehört in die Erde.“
