WILDESHAUSEN - Ein neuer Übungsplatz für die Bundeswehr? Oder erste Vorboten eines Technik-Museums für Wildeshausen? Der verrostete Panzer vom Typ M-47, der derzeit an der Sandgrube an der Glaner Straße steht, zieht so manche Blicke von Passanten auf sich. In Wildeshausen wird das 35 Tonnen schwere Gefährt aber nicht mehr zum Einsatz kommen. „Der wurde bei uns nur geparkt“, sagte Reiner Spille, Gesellschafter der Firma Glaner Sandkontor (GS). „Der Panzer ist völlig unbrauchbar.“
Insgesamt vier Panzer seien aus dem Wald des benachbarten, einstigen Truppenübungsplatzes gezogen worden, berichtete ein Sprecher des Bundeswehr-Dienstleistungszentrums in Oldenburg auf NWZ -Anfrage. Die Fahrzeuge dienten dort als Darstellungsziele bei Übungen. Drei Panzer seien sofort verschrottet, der vierte an der Sandgrube abgestellt worden.
Der M-47 werde für ein „Deutsches Panzertechnikmuseum“, das in Süddeutschland gegründet werden soll, benötigt. „Derzeit haben wir noch ein Gelände in der Nähe von Jüterbog, südlich von Berlin, auf dem wir Militärfahrzeuge parken können“, erzählte Walter Welzel, einer der Mitbegründer des Panzertechnikmuseums. Doch der Verein sei auf der Suche nach einem Gebäudekomplex, möglichst im Großraum München. Über die VEBEG, ein Verwertungsunternehmen des Bundes, sei er auf die Panzer im Glaner Wald aufmerksam geworden, so Welzel.
Obwohl schon vom Rost zerfressen und ohne Motor sei der M-47 vermutlich eine Rarität. „Vorn am Fahrzeug ist noch ein Räumschild dran. Das ist sehr selten“, bemerkte der Kenner alter Militärfahrzeuge. Der Panzer (die genaue Herkunft sei ungeklärt) soll nun genauer untersucht werden. Ob das Kettenfahrzeug aber komplett nach Jütebog oder ins neue Technikmuseum gebracht wird, sei derzeit offen. Welzel: „Die Transportkosten, insbesondere die Sondergenehmigung, sind sehr teuer. Das können wir uns als kleines Museum gar nicht leisten.“ Möglich sei, dass der M-47 nur „ausgeschlachtet“ werde. Bis dahin bleibt er aber in jedem Fall ein Blickfang.
