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NWZonline.de Nachrichten Politik

Niedersachsens Häfen sollen digitaler werden

24.08.2019

Wilhelmshaven /Emden /Brake /Nordenham Die Digitalisierung bleibt nach Auffassung des niedersächsischen Wirtschaftsministers Bernd Althusmann (CDU) ein entscheidendes Zukunftsthema der niedersächsischen See- und Binnenhäfen. Um die Wettbewerbsfähigkeit der Häfen zu stärken, sieht ein Masterplan vor, die See- und Binnenhäfen bis 20121 mit Breitbandnetzen zu versorgen und zusätzlich bis 2022 in den Häfen den Mobilfunkstandard 4G beziehungsweise LTE sicherzustellen, sagte Althusmann am Freitag beim 29. Niedersächsischen Hafentag in Wilhelmshaven. Ab 2022 wolle man den Fokus auf den noch schnelleren Standard 5G legen.

Althusmann sprach im Marinestützpunkt vor 350 Besuchern der Veranstaltung auch emissionsärmere Antriebs-Alternativen für Schiffe und Lkw an. Beim Thema Flüssiggas werde Niedersachsen Motor bleiben. Er hoffe auf eine baldige Entscheidung für zwei Standorte, in denen Flüssiggas angelandet werden können. Neben Wilhelmshaven und Stade könnte das auch in Brunsbüttel sein. Stade und Wilhelmshaven hätten gute Chancen, sagte Althusmann. Eine Begrenzung der Schiffsgrößen, wie sie aus Hamburg laut geworden ist, sieht Althusmann skeptisch. In Hamburg war gefordert worden, die Größen auf Schiffe für 20 000 Container zu begrenzen. Studien sehen die Möglichkeit, Schiffe von 460 Metern Länge und 68 Meter Breite für 30 000 Container zu betreiben. „Gerade der Jade-Weser-Port kann derartige Schiffe aufnehmen“, sagte Althusmann.

Umschlagsmenge gesteigert

Erneut konnten die niedersächsischen Seehäfen ihre Umschlagsergebnisse steigern. Laut Timo Schön, Geschäftsführer von Seaports Niedersachsen, wuchs die Umschlagsmenge im ersten Halbjahr 2019 auf 29,7 Millionen Tonnen (1. Halbjahr 2018: 27,6 Millionen Tonnen), ein Plus von acht Prozent. Auch der Containerterminal Wilhelmshaven konnte den Containerumschlag von 291 000 TEU (Twenty Foot Equivalent Unit, 20-Fuß-Container) auf 359 000 TEU im ersten Halbjahr 2019 steigern. In Brake stieg die Umschlagsmenge auf 2,36 Millionen Tonnen (plus 25,4 Prozent), in Emden liegt sie mit 2,29 Millionen Tonnen knapp unter dem Vorjahresergebnis. In Nordenham wurden 1,24 Millionen Tonnen umgeschlagen. Ein Super-Ergebnis, laut Schön, legte der Oldenburger Hafen mit 536 000 Tonnen vor, eine Steigerung von mehr als 30 Prozent. Eine Steigerung gab es auch in Cuxhaven (plus 33,3 Prozent auf 1,8 Millionen Tonnen).

Jade-Weser-Port erweitern

Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) geht von einer Erweiterung des Jade-Weser-Ports aus. Zwar müsse man die Ergebnisse einer Studie über die Perspektiven des Containerterminals abwarten, trotzdem gehe er „positiv davon aus, dass wir in einen weiteren Ausbau einsteigen können“, sagte Althusmann beim 29. Niedersächsischen Hafentag am Freitag in Wilhelmshaven. Vor dem Hintergrund des Ausstiegs Deutschlands aus der Kohle- und der Kernkraft würden Häfen eine zunehmend größere Rolle in der globalen Wirtschaft haben. „Wir werden zu einem Ausbau kommen, auch mit Blick auf größere Containerschiffe“, sagte Althusmann.

Entscheidend für die weitere Entwicklung sei eine gute Verkehrsanbindung der Häfen, im Falle Wilhelmshavens sei man mit der Schienenanbindung gut vorangekommen. Bedauerlich sei zweifellos die Verzögerung beim Bau der Küstenautobahn 20 durch die erneute Auslegung der Planungsunterlagen, sagte Althusmann. Misslich sei die mehrtägige Sperrung der Seeschleuse in Wilhelmshaven, sagte Althusmann. Er unterstütze die Forderung der Hafenwirtschaft nach Erneuerung der mehr als 50 Jahre alten Schleusentore, die für die Sperrung im September ursächlich seien. Wegen der Reparatur einer Schleusenkammer und der gleichzeitigen Notwendigkeit, ein Schleusentor der anderen Kammer zu reparieren, muss die Schleuse im September für vier Tage gesperrt werden.

Problem Fachkräftemangel

Das größte zu lösende Problem sei das des Fachkräftemangels in den Häfen, sagte Althusmann. Ihm pflichtet Seaports-Geschäftsführer Timo Schön bei: „Ein immer wichtigerer Punkt wird der Personalmangel, wo bekomme ich ausreichend qualifizierte Mitarbeiter für neue Stellen oder aber Nachfolgeregelungen her. Hier arbeitet Seaports mit an einem Konzept, wie man junge Arbeitskräfte für die niedersächsischen Standorte begeistern kann. Wir alle wissen, wie schön und lebenswert unser Niedersachsen ist und genau dieses Gefühl müssen wir versuchen zu transportieren und das bestmöglich aus der Sicht einer jüngeren Generation“, sagte Schön.

Wilhelmshavens Oberbürgermeister Andreas Wagner dankte Gastgeber Admiral Ralf Kugler für die Möglichkeit, den Marinestützpunkt als Veranstaltungsort zu nutzen. Kugler hatte die 350 Besucher begrüßt, darunter John H. Niemann, Präsident der Wilhelmshavener Hafenwirtschaftsvereinigung und den Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann, sowie den Bremer Staatsrat für Häfen, Tim Cordßen. Franz-Josef Schneiders, Leiter der Stabsstelle Nato im Bundesverkehrsministerium referierte über „Militärische Transporte“ und Herausforderungen für Infrastruktur und zivile maritime Wirtschaft. Mangels eigener Kapazitäten sei die Nato auf zivile Transportkapazitäten, insbesondere RoRo-Schiffe, angewiesen, sagte Schneiders.

Hans Begerow Leitung / Politik/Region
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