Wilhelmshaven/Hooksiel - Ging der erste Rammschlag für das Flüssiggas-Terminal in Wilhelmshaven doch nicht so glatt über die Bühne, wie er in der Öffentlichkeit zu sehen war? Nach Informationen dieser Zeitung prüft der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), ob die niedersächsische Hafengesellschaft NPorts möglicherweise gegen Behördenauflagen verstoßen hat. Dem Vernehmen nach soll ein Bußgeld von 30 000 bis 40 000 Euro im Raum stehen, wie der „Weser-Kurier“ berichtete.

Zum feierlichen Startschuss am 5. Mai für das LNG-Terminal an der Umschlaganlage Voslapper Groden (UVG) war eigens Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) angereist. Auch Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU), Umwelt- und Energieminister Olaf Lies (SPD) und zahlreiche Repräsentanten der Kommunen und beteiligten Firmen waren vor Ort. Damit bei dem für die deutsche Energieversorgung so wichtigen Tag um 8.30 Uhr nichts schieflief, sollen Mitarbeiter von NPorts den ersten Rammschlag einige Stunden zuvor geprobt haben. Die Behörde NLWKN, die Umweltminister Lies untersteht, prüft nun die Zulässigkeit des Vorgangs. Dabei soll auch die Vergrämung des gefährdeten Schweinswals eine Rolle spielen. Umweltschützer betonen immer wieder, dass der Bau des schwimmenden Terminals ein geschütztes Unterwasserbiotop gefährde.

Der landeseigene Hafenbetrieb, der der Aufsicht von CDU-Wirtschaftsminister Althusmann untersteht, wollte sich offiziell dazu nicht äußern. Bereits am vergangenen Donnerstag betonte NPorts-Sprecherin Dörte Schmitz gegenüber dieser Zeitung: „Zu dieser Angelegenheit gibt es keinen offiziellen Vorgang.“

Minister Lies bestätigte auf Anfrage: „Sobald Hinweise auf eine Ordnungswidrigkeit vorliegen, ist der NLWKN als zuständige Behörde natürlich verpflichtet, diesen nachzugehen. Die Prüfung dauert derzeit an.“ Der Sachverhalt werde sauber aufbereitet und anschließend bewertet. Lies ergänzte: „Das zeigt nicht zuletzt übrigens auch: Entgegen der Kritik der Umweltverbände werden auch in diesem Verfahren Umweltbelange sehr ernst genommen werden und haben einen unvermindert hohen Stellenwert.“

An dem neuen schwimmenden Terminal für Flüssigerdgas (LNG) sollen möglichst noch Ende dieses Jahres erste Tanker mit tiefgekühltem LNG anlegen. Dies soll dort dann erwärmt und ins Gasnetz eingespeist werden. Mit dem Flüssigerdgas soll die Abhängigkeit von russischem Erdgas verringert werden. Das beschleunigte Genehmigungsverfahren sowie der schnelle Baustart im Voslapper Groden wird stets als Meilenstein gewürdigt. Lies spricht regelmäßig sogar von „neuer Deutschland-Geschwindigkeit“.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent