Wildeshausen - Willi wühlt wieder. Nach einer selbstverordneten Ruhepause zum Amtsantritt von Bürgermeister Jens Kuraschinsiki ist die überparteiliche Willi-Initiative wieder aktiv beim Benennen von Fehlentwicklungen in Wildeshausen. Und die vom Rat beschlossene Vorgehensweise in Sachen Straßenbeleuchtung hält Willi für ein Unding.

Hintergrund: Im Jahr 2010 hat die Stadt bei den Lampen in den Straßen Im Hagen, Visbeker-, Feld-, Pestruper- und Heemstraße die alten Leuchten durch moderne und energiesparende Technik ersetzt. 2014 kam man dann im Stadthaus auf die Idee, die Anlieger der Straßen an den Kosten zu beteiligen. Insgesamt 18 200 Euro sollen die Anwohner zahlen. Der Rat gab dafür – trotz eines „Bauchgrimmens“ von Bürgermeister Kuraschinski – sein Okay.

„Werden demnächst die rund drei Millionen Euro für die Pagenmarsch-Sanierung auch auf die Bürger umgelegt“, fragt Michael Witten von der Gruppe „Willi wühlt“? Schließlich sei ja auch die Feuerwehr für alle da. Und warum falle der Stadt erst nach vier Jahren ein, die Anlieger zur Kasse zu bitten?

„Wir wollen keine Diskussion um Verwaltungsrecht, sondern setzen auf den gesunden Menschenverstand“, sagt Witten. Es sei üblich, Anlieger beim Neubau einer Straße zur Finanzierung mit heranzuziehen. Doch dass Bürger für eine neue Lampentechnik zahlen sollen, von der wegen der geringeren Energiekosten nur die Stadt profitiere, sei für ihn unverständlich. Er fordert in Willis Namen eine gemeinsame Lösung – bevor teure Prozesse und Gutachten am Ende nur wieder Geld der Wildeshauser kosten.

Mit dem Ende seines Winterschlafs will Maulwurf Willi sich künftig wieder mehr in die Stadtpolitik einmischen. Und wo ihrer Meinung nach etwas schief läuft in Wildeshausen wollen die Willi-Aktivisten ihren mahnenden Maulwurf für einige Tage aufstellen.

Jasper Rittner
Jasper Rittner Chefreporter Oldenburg-Stadt/Ammerland