Wildeshausen - Maulwürfe sind ja eigentlich sehr nützliche Tiere. Wenn sie allerdings im eigenen Garten wühlen, sieht das man das meist nicht so gern. So ähnlich geht es derzeit Bürgermeister Shahidi. In der vergangenen Woche platzierten die Wildeshauser Willi-Aktivisten Torsten Koschnitzke, Franz Bahlmann und Michael Witten ihren Maulwurf vorm Stadthaus – verbunden mit etlichen Fragen an den Bürgermeister.

Da ging es einmal um die Fluktuation im Rathaus, um den Weggang etlicher Mitarbeiter. „Aktuell ist die Spitze des Bauamtes in einer ganz wichtigen Zeit vakant. Und niemand weiß, wann es einen Nachfolger gibt“, kritisiert Koschnitzke. Er hat eine „erhebliche Unruhe“ bei den Mitarbeitern ausgemacht. Kritisch sehen die Willi-Aktivisten auch den vierwöchigen Urlaub Shahidis und das aus ihrer Sicht problematische Kommunikations-Vakuum.

Shahidi allerdings scheint – im Gegensatz zu Gartenbesitzern – den lästigen Maulwurf zu ignorieren. „Bisher hat er auf unsere Bitte um Antworten nicht reagiert“, sagt Koschnitzke. Auch bei der Frage nach einer erneuten Kandidatur im kommenden Jahr halte er sich weiter bedeckt.

Dafür aber haben etliche Wildeshauser auf der Willi-Seite ihre Kommentare abgegeben. Ein Schreiber fordert gar eine Art „Willi-Leaks“. Auf der Seite könnten betroffene Verwaltungsmitarbeiter Missstände aufzeigen. Koschnitzke hält das für einen spannenden Ansatz.

„Uns geht es ganz klar um Verbesserungen für Wildeshausen und nicht um Denunziatentum“, sagt Koschnitzke. Gleichwohl könne aber nicht jeder Mitarbeiter immer so offen sprechen, wie es sinnvoll wäre. Mit „Willi-Leaks“ hätte man aber ein Warnsystem für Fehlentwicklungen.

Jasper Rittner
Jasper Rittner Chefreporter Oldenburg-Stadt/Ammerland