Emstek/Cloppenburg - „Mein Leben wurde immer enger und das im Iran immer schwerer. Wir Frauen mussten uns nun mit einem Kopftuch verhüllen“, blickte Mina Amiry jetzt im Emsteker Seniorenzentrum auf ihr einstiges Leben im Iran zurück. Auf Einladung der katholischen Frauengemeinschaft Emstek berichtete sie über ihrer ganz persönliche Flüchtlingsgeschichte und ihre heutige Arbeit als ehrenamtliche Integrationslotsin.
Die gebürtige Iranerin, die 1988 mit ihrem Mann und vier Kindern aus ihrem Heimatland floh und heute in Molbergen lebt, machte den 40 Zuhörerinnen anhand ihres eigenen Schicksals eindrucksvoll deutlich, wie wichtig eine Willkommenskultur für eine gelungene Integration ist.
Zunächst erzählte Amiry von ihrem Leben im Iran, wo sie bereits mit 15 Jahren heiratete und eine Ausbildung zur Krankenschwester begann. Nach dem Sturz des Schahs und der Rückkehr von Ayatollah Khomeini 1979 aus seinem Pariser Exil wurde ihr Mann verhaftet, gefoltert und musste untertauchen. Auch die Familie war starken Repressalien ausgesetzt. Als sie erfuhr, dass ihr Mann auch im Untergrund nicht mehr sicher war, entschlossen sich Mina Amiry und deren Familie 1988 zur Flucht nach Dänemark, wo bereits einige Verwandte lebten. Sie wurden von den Fluchthelfern aber bereits in der Nähe von Frankfurt ausgesetzt. Nach dem Asylantrag kam die iranische Familie nach Grönheim.
„Hier fing unser neues Leben an. Hier haben wir eine neue Heimat gefunden“, betonte Amiry, die voller Dankbarkeit von der Herzlichkeit und Selbstverständlichkeit berichtete, mit der sie von der dortigen Nachbarschaft und Dorfbevölkerung aufgenommen worden sei. „Die nachbarschaftliche Unterstützung und das Erlernen der deutschen Sprache waren das A und O für unsere gelungene Integration“, betonte die 52-Jährige, die sich heute ehrenamtlich für die Integration von Migranten und Asylbewerbern einsetzt und 2010 mit dem Sonderpreis „Ehrenamt und Beruf“ des Niedersächsischen Integrationspreises ausgezeichnet wurde. Sie plädierte leidenschaftlich dafür, Flüchtlinge und Migranten durch Sprachförderung und Bildungsangebote in die Arbeits- und Lebenswelt zu integrieren und ihnen somit die Möglichkeit zu geben, in Deutschland eine neue Heimat zu finden.
