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Energie Windpark: Anwohner fühlen sich ausgebootet

Harkebrügge - „Was zurzeit in Barßel abläuft, das schreit zum Himmel“, erklärten Annegret Meyer und Waltraut Frerichs, Sprecherinnen der Bürgerinitiave Kammersand, am Mittwoch in einer Pressemitteilung. Mit Unverständnis reagieren sie auf das Vorgehen des Barßeler Landwirts und CDU-Ratsherrn Christoph Raming. Er gehört zu einer fünfköpfigen Gruppe, die in Harkebrügge den Windpark Kammersand bauen will. Die Bürgerinitiave aus der Barßeler Ortschaft Harkebrügge macht sich seit Monaten gegen den Bau stark.

Anwohner verunsichert

In diesem Zusammenhang kritisieren die Windparkgegner, dass seit einigen Tagen auf dem Windparkgelände am Kammersand in Harkebrügge Bau-Raupenfahrzeuge aus Berlin fahren würden. Die Mitglieder der Bürgerinitiative fühlen sich übergangen. „Wie kann es sein, dass dort bereits gearbeitet wird, ohne dass es überhaupt einen Beschluss zum Bau des Windparks gibt“, zeigte sich am Mittwoch auch Anlieger Gerd Meiners verunsichert und empört.

Wie Christoph Raming am Mittwoch auf Anfrage der NWZ  erklärte, würden derzeit lediglich Bodenuntersuchungen durch ein Unternehmen auf dem Gelände am Kammersand vorgenommen. Die Untersuchung habe er als Geschäftsführer der Planungsgesellschaft in Auftrag gegeben, um die Beschaffenheit des Unterbodens im Vorfeld zu ermitteln.

In seiner jüngsten Sitzung am Montag, 6. Juli, hatte sich der Ausschuss für Wirtschaft, Planung und Umwelt der Gemeinde Barßel wie berichtet für die 34. Änderung des Flächennutzungsplanes „Windpark Kammersand“ ausgesprochen und damit den Weg für die weiteren Planungen geebnet.

Die Bürger von Harkebrügge würden über nichts informiert und sollten offensichtlich alles so hinnehmen, was und wie in Barßel gerade geplant werde, kritisierten am Mittwoch die Vertreter der Bürgerinitiative. Dass beim möglichen Bau der sechs jeweils 200 Meter hohen Windkraftanlagen der gesamte Schwerlastverkehr im Rücklauf am Tag und auch in der Nacht mit über 1000 Fahrzeugen täglich durch Harkebrügge geführt werden solle, werde den Bürgern einfach verschwiegen, heißt es in dem Schreiben an die NWZ  weiter.

Fehlende Diskussion

Weiterhin äußern die Windparkgegner ihren Unmut darüber, dass die eingereichten Eingaben und Einwendungen, darunter viele von der Bürgerinitiave und auch von Einzelpersonen, während der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Planung und Umwelt nicht diskutiert worden seien.

Mit Unverständnis reagierten die Windparkgegner auch auf eine Fahrt zum Windkraftanlagen-Hersteller Enercon nach Aurich, zu der Barßels CDU-Fraktionsvorsitzender Ewald Schneider seine Partei- und Fraktionsmitglieder, darunter Windpark-Projektierer Christoph Raming wie auch die Mitglieder der Gruppe BfB/Grüne, eingeladen haben soll, um dann „mit einer vorgefassten Meinung“ an den Entscheidungen in den politischen Gremien teilzunehmen.

Bürger einbeziehen

Christoph Raming habe an der jüngsten Ratssitzung zwar nur als Zuhörer teilnehmen dürfen, habe aber offensichtlich den gesamten Rat erheblich beeinflusst, führen die Vertreter der Bürgerinitiative weiter aus.

Versprechungen von Seiten der Politiker, die Bürgerinitiave würde bei allen Beratungen mit einbezogen, würden seit einigen Monaten nicht mehr eingehalten.

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