Harkebrügge - Über die 34. Änderung des Flächennutzungsplanes „Windpark Kammersand“ wird der Ausschuss für Wirtschaft, Planung und Umwelt der Gemeinde Barßel an diesem Montag, 6. Juli, im Pfarrheim Harkebrügge an der Dorfstraße 32 beraten (die NWZ  berichtete). Doch dabei dürfte den Ratsmitgliedern ein kräftiger Gegenwind der Bürgerinitiative (BI) gegen Windparks in Lohorst/Rothenmethen/Kammersand ins Gesicht blasen.

Wie berichtet, will sie den geplanten Windpark Kammersand mit allen Mitteln verhindern. Dazu wurden nicht nur 5000 neue Flyer gedruckt, auch der Ton verschärft sich. Auf der Bürgerinformationsveranstaltung am Freitagabend im Pfarrheim Harkebrügge wurde dies deutlich. „Wir werden uns einen Fachanwalt aus Hannover nehmen und genau prüfen, ob die Gemeinde alles rechtlich abgeklopft hat. Ist das nicht der Fall, werden wir die Windmühlen zu Fall bringen“, sagte Annegret Frerichs, eine der BI-Sprecherinnen. „Wie werden dazu ein Normenkontrollverfahren gegen die Änderung des Flächennutzungsplanes anstreben. Kampflos werden wir den Windpark nicht hinnehmen“, sagte sie. Die gewählten Politiker würden sich hinter fragwürdigen Gutachten verstecken. Schnell gegründete Planungsgesellschaften von Politikern und Grundbesitzern würden ihren Eigeninteressen vertreten, so Frerichs. „Über Monate hat man uns mit den Gutachten hingehalten. Nun liegt es kurzfristig vor. Wir haben bereits viele Fehler gefunden. So geht es nicht.“

Die BI wirft der Verwaltung vor, die Ratsmitglieder verschaukelt zu haben. Die Frage, ob man überhaupt noch einen Windpark in der Gemeinde braucht, sei nie richtig geklärt worden. Frerichs vermutet, das hinter dem Bau der Windkraftanlagen nicht nur Projektierer Christoph Raming aus Barßel steht, sondern weitere Hintermänner aus dem südoldenburgischen Raum, die von den geplanten sechs Anlagen profitieren werden. „Die Gesundheit der Bevölkerung wird völlig außer Acht gelassen“, meinte Inge Rowehl, eine der BI-Sprecherinnen.

„Das Maß ist voll in Niedersachsen. Man muss sensibel schauen, was überhaupt noch möglich ist“, erklärte Matthias Elsner, Vorsitzender des Landesverbandes „Vernunftkraft Niedersachsen“ als Gastredner. „Man hat das Gefühl, dass das Ganze ein Schmierentheater ist. Es wird zwar immer von einem Bürgerdialog gesprochen, aber im Grunde steht das Ergebnis schon im Vorfeld fest.“

Hinzu komme, dass die BI die Information über die Möglichkeit zu Stellungnahme erst kurz vor dem Abgabetermin bekommen habe.