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NWZonline.de Nachrichten Politik

„Wir brauchen mehr Daten über Atommüll“

07.03.2016
Frage: Herr Wenzel, die Kommission für ein Atomendlager hat mit viel Tamtam begonnen. Jetzt ist es ruhig. Ein gutes oder ein schlechtes Zeichen?
Wenzel: Es macht mich zuversichtlich, weil hart gearbeitet wird, um zu einem Neubeginn zu kommen. Ich gehe davon aus, dass noch intensiv bis April gearbeitet wird. Dann erwarte ich einen Vorentwurf für den Bericht mit anschließender öffentlicher Debatte. Ich hoffe, dass bis Mitte des Jahres ein Ergebnis steht.
Frage: Ein neues Atomendlagergesetz noch in diesem Jahr?
Wenzel: Vielleicht auch mehrere Gesetze. Ein Beispiel: Wir brauchen unbedingt mehr Daten über Atommüll in Deutschland. Doch diese Daten sind zum Teil in privater Hand und nach Handelsrecht nur 10 Jahre und nach Strahlenschutzverordnung 30 Jahre geschützt. Aber wenn wir eine Rückholbarkeit des hoch radioaktiven Mülls von 500 oder sogar 1000 Jahre haben wollen, müssen die Daten auch mindestens so lange verfügbar bleiben. Auch dafür brauchen wir eine gesetzliche Änderung.
Frage: Noch mal. Wird es ein Atomendlagergesetz im Bundestag und Bundesrat geben?
Wenzel: Die Kommission legt bis Mitte des Jahres ihre Vorschläge auf den Tisch. Dann hat der Bundestag noch ein Jahr Zeit, das Ganze in ein Gesetz zu gießen – bis zu den Sommerferien 2017.
Frage: Also noch vor der Bundestagswahl 2017?
Wenzel: Das kann gelingen. Aber es gibt noch harte Konflikte.
Frage: Ist Rückholbarkeit das entscheidende Kriterium?
Wenzel: Ja. Wir reden über eine Million Jahre Sicherheit und über 500 bis 1000 Jahre, um den Müll notfalls aus der Erde zurückzuholen. Für den Fall des Falles, um Fehler korrigieren zu können. Wir müssen zum Beispiel garantieren, dass Behälter 500 Jahre lang nicht rosten.
Frage: Ist das technologisch überhaupt möglich?
Wenzel: Die Schweden sagen, dass sie Behälter bauen können, die eine Million Jahre halten. Ob der TÜV das beglaubigt? Die Schweden bauen Kupferbehälter, hierzulande werden Stahlbehälter gebaut. Das Material hängt davon ab, wo man den Atommüll lagert: In Ton, in Granit oder in Salz.
Frage: Was wäre die beste Lagerstätte?
Wenzel: Die Finnen und die Schweden planen in Granit, die Schweizer und Franzosen in Ton. Deutschland hat zwei gescheiterte Endlager in Salz: Morsleben und die Asse. Aber: Es müssen alle drei Gesteinsoptionen geprüft werden.
Frage: Also bleibt Salz – und damit Gorleben – weiter im Spiel?
Wenzel: Bislang theoretisch Ja; aber Ton und Granit sind ebenfalls möglich.:
Frage: Es heißt immer ein Endlager. Können es auch zwei oder drei sein?
Wenzel: Denkbar sind auch zwei. Ein Lager für hoch radioaktiven Müll und ein weiteres Lager für problematischen radioaktiven, aber nicht hoch radioaktiven Müll aus der Urananreicherung, aus der Asse oder aus Forschungsreaktoren beispielsweise.
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