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„Wir werden einen weiteren Betrag zahlen“

Von Matthias Eichler

Frage:

Vor drei Monaten ist in Lathen ein Transrapid verunglückt. Wie konnten Sie als Ombudsmann den Hinterbliebenen helfen?

Kramer:

Meine Aufgabe bestand darin, mich persönlich um die Verletzten und Angehörigen der Getöteten zu kümmern. Ich habe rund 20 Betroffene besucht, viele Telefonate geführt und E-Mails geschrieben. Und ich habe den Betroffenen geraten, sich anwaltlich vertreten zu lassen.

Frage:

Benötigen die Opfer-Angehörigen und Verletzten zu Weihnachten besondere psychologische Betreuung?

Kramer:

Die Unterstützung soll ja nicht nur auf Weihnachten bezogen, sondern langfristig angelegt werden. In der zweiten Januarwoche werden Betroffenen Gespräche mit Psychologen angeboten. Die zuständige Versicherung übernimmt die Kosten. Vom Ombudsmann des ICE-Unglücks in Eschede hatte ich erfahren, dass psychologische Betreuung erst rund drei Monate nach einem Unglück angezeigt ist. Vorher prägt der Alltag die Trauerarbeit stark mit. Das größere Loch kommt erst später.

Frage:

Welche Entschädigungen haben die Familien bisher erhalten?

Kramer:

Die Versicherung hat als Hinterbliebenenschmerzensgeld 5000 Euro pro überlebendem Ehegatten und einen nach Alter gestaffelten Betrag pro Kind gezahlt. Die Angehörigen der Betreiberfirma, denen rechtlich kein Schmerzensgeld zusteht, erhalten entsprechende Beträge aus einem Spendenfonds mit 320 000 Euro. Daraus haben wir auch Zuschüsse gezahlt an kleinere Gewerbebetriebe, Beerdigungskosten übernommen (die großteils von der Versicherung rückerstattet wurden) und wegen der besonderen Unbill Zuschüsse von 3000 Euro pro Todesfall und 1500 Euro pro Verletztem gezahlt.

Frage:

Was können Sie im kommenden Jahr noch tun?

Kramer:

Wir werden die psychologische Betreuung fortführen und uns um konkrete Schadensbereiche kümmern: finanzielle Lücken, Unwägbarkeiten in der Ausbildung von Waisen und Halbwaisen. Und wir werden einen weiteren Betrag zahlen können.

thema: HIlfe für transrapid-opfer

hartwin kramer, ombudsmann

Hartwin Kramer (67) wurde nach dem Unglück zum Ombudsmann bestimmt und verwaltet die Spenden für Opfer und Hinterbliebene.

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