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NWZonline.de Nachrichten Politik

Deutschland feiert Reformation

01.11.2017

Wittenberg /Rom 500 Jahre nach dem Beginn der Reformation haben Katholiken und Protestanten ihren Willen zu einer umfassenderen Annäherung unterstrichen. Papst Franziskus und die evangelisch-lutherische Kirche kündigten am Dienstag an, auch das ökumenische Ziel eines gemeinsamen Abendmahles nach dem Ende der Reformationsfeierlichkeiten weiterzuverfolgen. „Für die Zukunft verpflichten wir uns, [...] unseren gemeinsamen Weg zur größeren Einheit fortzusetzen“, erklärten der von Rom eingesetzte Päpstliche Rat zur Förderung der Einheit der Christen sowie der Lutherische Weltbund in einer gemeinsamen Stellungnahme.

Martin Luther hatte der Überlieferung nach vor 500 Jahren seine 95 Thesen an die Tür der Wittenberger Schlosskirche geschlagen – deshalb war der Reformationstag einmalig bundesweit ein Feiertag.

Beim zentralen Festgottesdienst der deutschen Protestanten in der Wittenberger Schlosskirche übergaben der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, und der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, ein Kreuz an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Sie werteten dies als „Versprechen der Christen“, für Frieden, Versöhnung und Gerechtigkeit einzutreten, sagte Marx.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) schlug bei dem anschließenden Festakt den Bogen in die Gegenwart und unterstrich die Bedeutung der Meinungsvielfalt. Toleranz sei „die Seele Europas“ und „das Grundprinzip jeder offenen Gesellschaft“. Auch mit Blick auf die zahlreichen innereuropäischen Konflikte, die Luthers Thesenanschlag einst mit sich brachte, sagte sie: „Wer die Vielfalt bejaht, muss Toleranz üben – das ist die historische Erfahrung unseres Kontinents. Mühevoll wurde gelernt, dass die Grundlage für ein friedliches Zusammenleben in Europa die Toleranz ist.“

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