• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Politik

Kim auf die Finger geschaut

26.04.2019

Wladiwostok Sein Urteil über den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un formulierte Russlands Präsidenten Wladimir Putin betont freundlich. Ein „ziemlich interessanter, inhaltsstarker Gesprächspartner“ sei sein Gast, meinte der 66 Jahre alte Putin. Kim, 35 Jahre alt, könnte sein Sohn sein – und zumindest Reporter im Tross des russischen Präsidenten machten sich in der Hafenstadt Wladiwostok dann auch lustig über den jungen Mann. Sie veröffentlichten einen Clip davon, wie Kim im Tagungsort der Fernöstlichen Universität nervös mit seinen Fingern spielte, als er vor Putin und dem streng wie ein Professor schauenden russischen Außenminister Sergej Lawrow saß. Ihre Finger lagen still auf dem Tisch, während Kim teils in seine Notizen schaute.

Auch die Russen hatten sich – als Nachbarland von Nordkorea – zuletzt immer wieder besorgt gezeigt, wenn der von US-Präsident Donald Trump so bezeichnete „kleine Raketenmann“ wieder mal einen Atomtest zündete. Aber Putin und sein Chefdiplomat neigten da nie zu Beschimpfungen. Bei dem mehrstündigen Treffen mit Kim – dem ersten der beiden überhaupt – machte Putin deutlich, dass Moskau und Washington ein gemeinsames Ziel haben: die Denuklearisierung Nordkoreas.

Dabei zeigte sich Putin verständnisvoll und betonte, dass Kim ein Anrecht darauf habe, Nordkorea als eigenständigen Staat zu führen. Und wenn er tatsächlich auf die Atomwaffen verzichte, dann brauche er internationale Sicherheitsgarantien. Dann müssten die Sanktionen fallen. Diese Linie für eine mögliche Lösung des Atomstreits will Putin auf Bitten von Kim nun als Vermittler in dem festgefahrenen Streit auch der US-Seite überbringen.

Mehrere Stunden verbrachte Putin mit Kim für eine wohl auf lange Sicht angelegte Beziehung. Kim wiederum konnte sich nach dem gescheiterten Gipfel mit US-Präsident Donald Trump vor zwei Monaten in Hanoi wieder als hofierter Staatsmann auf internationaler Bühne präsentieren. Er folgt damit einer alten nordkoreanischen Taktik: Wenn die Spannungen mit den USA zunehmen, wendet sich Nordkorea wieder seinen Nachbarn und traditionellen Freunden China und Russland zu, um Unterstützung zu suchen.

Kim schenkte Putin ein Schwert, Putin wiederum gab Kim einen Säbel mit auf den Weg. Weil das Schenken messerscharfer Gegenstände im Russischen immer von Aberglauben behaftet ist, tauschten beide Münzen aus. Das soll mögliches Böses abwenden.

Zum Abschied schüttelte Putin, der weiter nach China reisen wollte, Kim lange und fest die Hand. Zeitweilig war zu sehen, wie sie auch ohne Dolmetscher sprachen – in welcher Sprache war nicht zu hören. Bekannt ist aber, dass beide Deutsch können.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.