Oldenburg - Die Stadt Oldenburg hat sich für die Gestaltung des demografischen Wandels erfahrene Partner ins Boot geholt: das Netzwerk „Demografiefeste Kommune“ der Körber-Stiftung. 50 deutsche Städte ganz unterschiedlicher Größen von Arnsberg im Sauerland bis zu Metropolen wie München gehören dem Bündnis an. Oberbürgermeister Jürgen Krogmann freute sich, dass sich das Netzwerk für ein zweitägiges strategisches Treffen Oldenburg ausgesucht hatte. Und Sozialdezernentin Dagmar Sachse lobte: „Wir haben viele Anregungen bekommen.“

Die Dezernentin weitete den Blick auf den Prozess: „Der demografische Wandel darf nicht nur zu Strategien für Ältere führen, sondern umfasse alle.“ Und Programm-Manager Andreas Geis (Körber-Stiftung) erläuterte: „Die Zukunft kennen wir nicht, und sie ist mit den Ideen von gestern schwer zu gestalten.“

Es sei notwendig, anders auf Stadtentwicklungskonzepte zu blicken. Man dürfe nicht so sehr auf Statistik schauen, sondern müsse immer daran denken, dass hinter jeder Wohnungstür in einer Stadt ein Mensch mit seiner individuellen Geschichte lebe.

Sozialdezernentin Dagmar Sachse machte deutlich, dass man auch in der Stadtverwaltung nicht aneinander vorbeiplanen dürfe bei dieser Querschnittsaufgabe. „Wir schieben das gerne an, aber ohne andere Dezernate werden wir nicht erfolgreich sein können.“ Programmanager Andreas Geis lobte, dass auch Oberbürgermeister Jürgen Krogmann sich für diese Querschnittsaufgabe stark mache. „Dadurch werden für alle Signale gesetzt.“ Er hob hervor, dass aber gerade in diesem Bereich die Kommunen auch voneinander lernen können und in diesem Netzwerk, Schnittstellen offengelegt werden.

Für die Zukunft will Dagmar Sachse sich dafür stark machen, dass der Fokus auf die Stadtquartiere gelenkt wird. „Den Menschen geht es um ihr angestammtes Quartier. Da müssen wir etwas entwickeln.“ Immer deutlicher wird auch nach Auskunft von Susanne Jungkunz von der strategischen Sozialplanung der Stadt, dass man nicht nur stärker generationsübergreifend planen muss, sondern sich für die Lösungen in den Stadtteilen einsetzen muss.

In Oldenburg will man vom Inklusionsprozess profitieren, der für die Teilhabe auch ältere Menschen einschließe. Wegkommen will man auch vom Defizitblick auf Menschen.

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