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NWZonline.de Nachrichten Politik

Wo wollte der IS-Terrorist in Deutschland zuschlagen?

04.11.2016

Berlin Gut drei Wochen nach Verhaftung des Syrers Dschaber al-Bakr ist in Berlin ein weiterer mutmaßlicher Terrorist gefasst worden. Beamte des Landeskriminalamtes nahmen den Mann am Mittwochabend in einer Wohnung in Berlin-Schöneberg fest. Laut Bundesanwaltschaft wird er verdächtigt, Mitglied der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gewesen zu sein. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen gab es Hinweise auf einen möglicherweise zeitnah bevorstehenden Anschlag.

Am Abend sei der Mann nach Karlsruhe gebracht worden, meldete die ARD. Einen Haftbefehl gebe es aber noch nicht. Eine Bestätigung dafür war zunächst nicht zu bekommen. In Karlsruhe sitzt die Bundesanwaltschaft. Will sie den Verdächtigen länger festhalten, müsste der Haftbefehl noch am Donnerstagabend beantragt und der Mann dem Haftrichter vorgeführt werden. Zunächst war er vorläufig festgenommen worden.

Der Polizei gegenüber gab der Verdächtige an, 27 Jahre alt und Syrer zu sein. Sicherheitskreisen zufolge soll er aus Tunesien stammen, den Namen Ashraf Al-T. nutzen und sich als syrischer Kriegsflüchtling ausgegeben haben. Zuerst hatten über diese Details die „Welt“ und die „Berliner Zeitung“ berichtet.

Sicherheitskreisen zufolge lebte der Mann mit einem ehrenamtlichen Berliner Flüchtlingshelfer in dessen Wohnung. Zugegriffen habe die Polizei wegen des Hinweises, dass die Anschlagspläne bald umgesetzt werden könnten. Welche Art Attentat geplant war, sei unklar. Sprengstoff sei zunächst nicht gefunden worden.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) zeigte sich erleichtert. „Ich bin sehr froh, dass es gelungen ist, diesen Verdächtigen festnehmen zu lassen“, sagte er am Rande eines Kongresses zur Arbeit der Geheimdienste in Berlin. Die Behörden täten alles, „damit es in Deutschland nicht zu einem Anschlag kommt“.

In jüngster Zeit hatte sich mehrfach gezeigt, dass islamistische Extremisten auch Deutschland im Visier haben. Al-Bakr hatte sich in Sachsen bereits Sprengstoff besorgt und wollte den Ermittlern zufolge einen Berliner Flughafen angreifen. Er erhängte sich kurz nach seiner Festnahme in seiner Gefängniszelle in Leipzig.

Der erste, noch unkonkrete Hinweis auf den nun in Berlin Festgenommenen kam Sicherheitskreisen zufolge Mitte Oktober von einem befreundeten Geheimdienst. Der Berliner Verfassungsschutz-Chef Bernd Palenda sagte, er gehe nach bisherigem Stand davon aus, dass der Mann ein Einzeltäter sei. „Es scheint zumindest so zu sein, dass es keine direkte Verbindung zu Al Bakr gibt“, sagte Palenda. Ähnlich hatte ihn zunächst der Sender N24 zitiert.

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