Artikel „Mahntafel für Nazi-Opfer“ (NWZ  vom 29. Februar)

Die Gemeinde Stadland will zum Gedenken der beiden ermordeten polnischen Zwangsarbeiter Tadeus Bzdurski und Wladislaw Klara eine Gedenktafel aufstellen. Beide wurden von der Gestapo am 24. April 1942 wegen „Geschlechtsverkehr mit deutschen Frauen“ ohne Gerichtsverhandlung in Süderschwei erhängt.

Unterstützt wurde die Gestapo von den örtlichen Nazigrößen wie Hans Ehlers, Osterloh und Steffens. Ermordet wurden Tadeus und Wladislaw wegen „Rassenschande“.

Heute geht wieder der braune Mob durch unsere Straßen. Heute nennen sie es nicht Reinheit der Rasse, sondern das Abendland gegen die Islamisierung zu schützen. Mit Gewalt und Brandstiftung gehen sie heute schon vor gegen alles, was ihnen fremd erscheint.

Rassenhass unter einem neuen Deckmantel. Dabei haben diese Dumpfbacken wohl noch nie eine Kirche von innen gesehen, die Botschaften des Christentums sind ihnen völlig fremd.

Biedermänner, wie ehemaligen Polizisten in der AfD, befeuern mit einem „theoretischen Überbau“ diesen Rassenhass. Im Netz werden unwahre Behautungen bedenkenlos geteilt. (...)

Nach der nächsten deutschen Katastrophe werden die wieder einmal sagen, das haben wir nicht gewollt, davon haben wir nichts gewusst. Die Gedenktafel für Tadeus und Wladislaw könnte Mahnung sein, wohin uns dieser Rassenhass führt.

Gerd Coldewey Seefelderaußendeich