NWZ
berichtete), wird jetzt gelockert. Der Bauausschuss des Stadtrates hat beschlossen, die Straßen in dem Neubaugebiet südlich der Wesermarsch-Klinik nach berühmten Damen der Weltgeschichte zu benennen.Die Stadtverwaltung legte eine Vorschlagsliste mit einer Käthe-Kollwitz-Straße, einer Sophie-Scholl-Straße, einer Lise-Meitner-Straße, einem Bertha-von-Suttner-Weg und einem Dorothea-Erxleben-Weg vor. Diese fünf Empfehlungen sind das Ergebnis einer Nachbesserung, zu der der Stadtrat die Verwaltung vor einigen Wochen verdonnert hatte. Denn die zunächst angeregte Benennung der Straßen nach den Städten Hildesheim, Einbeck, Göttingen, Bückeburg und Paderborn war bei den Politikern aufgrund des hohen Maßes an Unkreativität durchgefallen.
Ärzte als Gegenvorschlag
Um ein Haar wäre aber auch der zweite Versuch ein Fehlschuss geworden. Nachdem Norbert Kraeße als Leiter des Amtes für Baumanagement die Frauennamen präsentiert hatte, brachte SPD-Ratsherr Uwe Thöle als Gegenvorschlag die ihm zugetragene Anregung eines Bürgers ins Spiel. Der hatte die Idee geboren, die neuen Straßen in Nachbarschaft der Klinik nach – männlichen – Berühmtheiten aus der Medizin zu benennen. Zum Beispiel nach Ferdinand Sauerbruch oder Louis Pasteur.
Uwe Thöle sprach sich dafür aus, dass der Bauausschuss das Thema vertagt und sich die Fraktionen noch einmal in Ruhe mit der Qual der Wahl zwischen Frauen- und Ärztenamen beschäftigen sollten. Für diese Vorgehensweise gab es allerdings wenig Zustimmung. Manfred Wolf (FDP) und Wolfgang Manninga (SPD) lehnten eine Vertagung des Themas sogleich ab.
Uwe Thöles Fraktionskollegin Angelika Zöllner warnte ebenfalls vor einer weiteren Diskussion, bei der die Frauenvariante womöglich erneut unter den Tisch fallen könnte. Dabei hatte sie das lange Ringen um weibliche Straßenbezeichnungen in Erinnerung, das schon seit Jahren ein Dauerbrenner im Rathaus ist. Unvergessen sind die bizarren Auswüchse, die einst den SPD-Mann Jan Gerdes dazu veranlasst hatten, einen Dolly-Buster-Padd ins Gespräch zu bringen. So weit kam es diesmal jedoch nicht. Stattdessen entschieden sich bei der Abstimmung alle Ausschussmitglieder für die fünf Frauennamen und verwarfen die Mediziner-Idee.
In dem Neubaugebiet, das die Gemeinnützige Nordenhamer Siedlungsgesellschaft (GNSG) zwischenzeitlich auf den Namen Wohnpark Tongern getauft hat, beginnen in diesen Tagen die Erschließungsarbeiten. Nach Angaben des GNSG-Geschäftsführers Peter Cordes sind von den 50 Grundstücken 7 verkauft und 6 reserviert. Mit dieser Resonanz ist er zufrieden: „Wir planen mit 13 Verkäufen im Jahr“, sagt Peter Cordes, „diese Zahl dürften wir erreichen.“
Hausbau beginnt im März
Der Quadratmeterpreis beträgt je nach Lage 75 bis 85 Euro. Peter Cordes geht davon aus, dass die Bauarbeiten an den Wohnhäusern Ende März beginnen können. Die Parzellen sind zwischen 600 und 950 Quadratmeter groß. Zu dem Bebauungsplangebiet von insgesamt 5,8 Hektar gehört auch eine Demenz-Klinik, für die ebenfalls im März der Baubeginn vorgesehen ist.
