Hannover - Lange zögerte das niedersächsische Umweltministerium mit einer Unterrichtung der Öffentlichkeit: Am Mittwoch bestätigte Staatssekretärin Almut Kottwitz (Grüne) einen möglichen Wolfsangriff auf einen Jogger: „Wir befragten den Mann, um die Umstände zu klären.“ Erstaunlich: Der Vorfall im Gartower Forst im Bereich Lüchow-Dannenberg fand bereits am ersten Weihnachtsfeiertag statt. Zwei Jungwölfe sollen sich laut Aussage des Mannes von hinten genähert und einer ihn am Daumen verletzt haben. Der Jogger verscheuchte die Tiere.

Das Umweltministerium ist sich jedoch „nicht sicher, dass es sich tatsächlich um Wölfe gehandelt hat“.

Der CDU-Wolfsexperte Ernst-Ingolf Angermann übt scharfe Kritik an der Informationspolitik von Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne). „Über jede lockere Schraube in einem Kernkraftwerk wird informiert, aber wenn sich Wölfe einem Menschen bedenklich nähern, schweigt der zuständige Umweltminister“, klagt Angermann. Das Verhalten der Wölfe sei ein Alarmsignal. Offenbar verlören die Tiere die Scheu vor Menschen „und werden damit zu einer ernst zu nehmenden Gefahr“.