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NWZonline.de Nachrichten Politik

Transplantationen: Zahl der Lebendspenden sinkt

04.11.2014

Frankfurt /Main Der Skandal um manipulierte Wartelisten hat das Vertrauen der Bevölkerung in die Organspende nachhaltig erschüttert: In den westdeutschen Ländern sei die Zahl der Spender auf dem niedrigsten Stand seit Gründung der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) vor 30 Jahren, sagte der Medizinischer Vorstand Axel Rahmel am Montag.

„Kopfzerbrechen“ bereitet der DSO, dass auch die Zahl der Lebendspenden sinkt. Dies sei ein Zeichen für „eine stärkere Verunsicherung der Bevölkerung“, wenn nicht gar für „einen grundsätzlichen Vertrauensverlust“, sagte Rahmel. Zahlen zu Lebendspenden gab es beim 10. Jahreskongress der DSO, der noch bis zum Dienstag in Frankfurt stattfindet, nicht. Die DSO koordiniert die postmortale Organspende in Deutschland, ist aber nicht für Lebendspenden zuständig.

In den ersten neun Monaten dieses Jahres spendeten nur noch 649 Menschen nach ihrem Tod Organe. Im vergleichbaren Zeitraum waren es im vergangenen Jahr 675, im Jahr 2012 noch 829. Etwa 11 000 schwer kranke Menschen warten in Deutschland auf ein Spenderorgan.

Im Sommer 2012 kam ans Licht, dass zwei Mediziner der Göttinger Universitätsklinik Akten gefälscht und eigene Patienten beim Empfang von Spenderlebern bevorzugt haben sollen. Später wurden Manipulationen bei der Organvergabe in weiteren Krankenhäusern bekannt.

Als Folge des Skandals wurde 2012 das Transplantationsgesetz umfangreich reformiert. Seither sei vieles geschehen, was in die richtige Richtung gehe, sagte Prof. Björn Nashan, Präsident der Deutschen Transplantationsgesellschaft. Seine Fachgesellschaft begrüßt es, dass Manipulationen „nicht mehr als Kavaliersdelikt angesehen werden“. Die Kontrollen seien verschärft worden, das Verfahren transparenter, die Richtlinien genauer. „Jetzt geht es darum, die Bevölkerung besser einzubinden.“

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