Newport/Bagdad - Eine Gruppe von zehn Ländern unter Führung der USA und Großbritanniens will sich der Terrormiliz IS im Irak entgegenstellen. „Die Nationen, die diese Bereitschaft gezeigt haben, haben verabredet, dass sie in Kontakt bleiben und weitere Maßnahmen miteinander besprechen“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Freitag beim Nato-Gipfel in Newport. Der Allianz gehören neben den USA, Großbritannien und Deutschland auch Frankreich, Italien, Australien, Dänemark, Kanada, Polen und die Türkei an.

Merkel widersprach Berichten, wonach die Runde von den USA einberufen worden sei. Es sei eine gemeinsame Aktion gewesen, „die keiner Aufforderung bedurfte“.

Die britische Regierung legt Wert darauf, dass die Mitgliedschaft im Bündnis keineswegs bedeute, dass jedes Land militärisch aktiv werde. Deutschland hat bereits Munition an die irakischen Kurden geliefert, Großbritannien Ausrüstungsgegenstände wie Helme und Schutzwesten.

US-Präsident Barack Obama kündigte an, den IS zu verfolgen, wie man Al Kaida verfolgt habe. „Man kann eine solche Organisation nicht eindämmen“, sagte er. Man müsse „diese Organisation zerschlagen“. Einen Einsatz von Bodentruppen schloss Obama aber aus. Die USA müssten stattdessen mit „effektiven Partnern“ zusammenarbeiten, etwa mit der moderaten syrischen Opposition.

Kurdische Einheiten begannen derweil östlich der nordirakischen Stadt Mossul neue Angriffe auf IS-Stellungen. Mit Hilfe von US-Luftangriffen rückten die Peschmerga-Kämpfer weiter auf Mossul vor. Im benachbarten Syrien kamen bei einem Luftangriff der syrischen Armee offenbar 18 IS-Kämpfer ums Leben.