Wahnbek - Vier Wochen nach dem Fund von giftigen Stoffen im Kindergarten Wahnbek gibt es nun einen Zeitplan für die Sanierung des Altbaus. Wie Rastedes Pressesprecher Ralf Kobbe am Donnerstag auf NWZ -Nachfrage mitteilte, sollen die Arbeiten ab dem 1. Juli erledigt werden. Sie werden voraussichtlich sechs Wochen dauern.
Am 2. Mai hatten die Gemeindeverwaltung, das Diakonische Werk als Träger des Kindergartens und die Kindergartenleitung bei einem Ortstermin über den Befall des Kindergartenaltbaus mit dem Fungizid PCP und dem Insektizid Lindan informiert. Bei einer Untersuchung des Chemischen Untersuchungsamtes Emden war festgestellt worden, dass die Holzverkleidungen und die Raumluft im Altbau belastet sind. Eine akute Gefahr für Kinder und Mitarbeiter besteht aber nicht.
Die Schadstoffe wurden bei der Untersuchung in den Holzbauteilen (Balken und Holzvertäfelung der Wand- und der Deckenverkleidung) nachgewiesen. Konkretere Messungen wurden zwischenzeitlich erneut von dem Amt aus Emden vorgenommen. Dabei wurde auch in den Holztreppen eine erhöhte Konzentration Lindan und PCP festgestellt.
Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen wurde festgelegt, dass die Decken- und Wandverkleidungen ausgebaut und entsorgt werden. Außerdem werden die alten Holztreppen im Bereich der Spielecken ausgebaut. Der Kindergarten war 1970/71 gebaut worden. Damals wurden PCP und Lindan häufig in Holzschutzmitteln verwendet. Heute ist ihr Einsatz verboten.
Die Deckenverkleidungen in den betroffenen Räumen werden durch neue abgehängte Akustikdecken ersetzt, teilt Kobbe mit. „Die schadstoffbelasteten Treppen werden ausgebaut und durch neue Holztreppen ersetzt“, berichtet der Pressesprecher weiter.
In Verbindung mit der Sanierung der betroffenen Räume soll nun gleichzeitig das Flachdach erneuert werden. Es stammt ebenfalls noch aus der Zeit des Kindergartenbaus und sei marode, so Kobbe. Ursprünglich sollte es erst 2014 saniert werden. Weitere Renovierungsarbeiten (Maler- und Bodenbelagsarbeiten und Elektroinstallationsarbeiten) werden nun ebenfalls ausgeführt.
Die Planungen seien bereits abgeschlossen, die erforderlichen Ausschreibungen auf den Weg gebracht worden. Voraussichtlich in der Sitzung des Verwaltungsausschusses am 18. Juni sollen die Arbeiten an Firmen vergeben werden, damit mit der Sanierung pünktlich zum 1. Juli begonnen werden kann.
200 000 Euro hat die Gemeinde für die Sanierung in den Nachtragshaushalt eingestellt. 80 000 Euro entfallen dabei auf die Sanierung des Flachdaches.
Vom 1. bis 24. Juli ist der Kindergarten wegen der Ferien ohnehin geschlossen. Doch die Arbeiten werden mindestens sechs Wochen dauern, schätzt Kobbe. „Wir haben drei Außenstellen gefunden, in denen wir unterkommen können“, berichtet Kindergartenleiterin Monika Schütte-Tamminga auf Anfrage der NWZ . Zwei Gruppen werden in den Kindergarten Loy ausweichen, zwei Gruppen in die Grundschule Wahnbek und eine Gruppe in das benachbarte Gemeindehaus.
