Rodenkirchen - Die neuen Straßen im zweiten Abschnitt des Neubaugebiets auf dem Areal der ehemaligen Stadland-Kaserne in Rodenkirchen werden nach Udo Zempel und Willi Knupp benannt. Das beschloss der Stadlander Gemeinderat in seiner Sitzung am Donnerstagabend im Rodenkircher Rathaus mit den Stimmen der SPD/WPS/Unabhängige-Gruppe und von Bürgermeister Klaus Rübesamen gegen das Votum der CDU/Grüne-Gruppe.

Die beiden verstorbenen verdienten Rodenkircher Sozialdemokraten Udo Zempel (Landtagsabgeordneter von 1974 bis 1990) und Willi Knupp (Bürgermeister der Gemeinde Stadland von 1981 bis 1996) zu Namensgebern für die neuen Straßen zu machen, hatte die SPD/WPS/Unabhängige-Mehrheitsgruppe vorgeschlagen.

Ihr dritter Vorschlag Werner Hofmann – der in Rodenkirchen wohnende ehemalige Kernenergie-Manager sponsert seit Jahren kulturelle und soziale Projekte – habe sich aufgrund der Ermittlungen der Gemeindeverwaltung erledigt, so SPD-Fraktionschef Sigmar Wollgam. Nach deren Darstellung sollen gemäß den Regeln Straßen nur nach bereits verstorbenen Persönlichkeiten benannt werden.

Die CDU/Grüne-Gruppe beantragte vergeblich, die Entscheidung über die Straßenbenennung von der Tagesordnung der Ratssitzung zu nehmen. Es sollte zunächst rechtlich geprüft werden, welcher Weg der richtige für die Namensgebung ist, begründete CDU-Chef Günter Busch.

Hintergrund dieser Initiative ist, dass der Gemeinderat im Jahr 2000 einstimmig beschlossen hatte, alle Straßen im Rodenkircher Baugebiet 33 (ehemaliges Kasernen-Gelände) mit Konrad-Adenauer-Straße zu benennen. Diesen Namen tragen auch die Straßen des ersten Bauabschnitts. Nach Ansicht der CDU/Grüne-Gruppe müsste der alte Ratsbeschluss erst aufgehoben werden, bevor neue Namen beschlossen werden.

Das Votum der CDU/Grüne-Gruppe richte sich nicht gegen die Namen Udo Zempel und Willi Knupp, deren Verdienste unstrittig seien. Aber es gebe keinen Grund, den alten einmütig gefassten Beschluss zu ändern, so Günter Busch. Seinerzeit habe man sich auf den CDU-Vorschlag für das Karsernen-Gelände (Konrad-Adenauer-Straße) und auf den SPD-Vorschlag für das ehemalige Lübben-Land (Willy-Brandt-/Heinrich-Albertz-/Martin-Niemöller-Straße) verständigt.

Wenn neue Namen vergeben werden sollen, dann sollte mindestens eine Frau dabei sein, denn 50 Prozent der Bevölkerung seien Frauen, forderte Elke Mathiszig (Grüne). Bislang gibt es in Stadland nur Alma-Rogge-Straße