Zetel - „Die Sprache ist der Schlüssel zur Integration“ – das ist die Erfahrung und die Einschätzung von Arne Hilbers, Mitarbeiter der Gemeinde Zetel. Der ausgebildete Erzieher ist seit dem Sommer in der Verwaltung der südfriesländischen Kommune hauptamtlich für Migranten zuständig. Derzeit sind es rund 200 Frauen, Männer und Kinder, die Arne Hilbers betreut.

Die Betroffenen mussten vor Kriegen und politischen Krisen aus ihren Heimatländern flüchten. Sie kommen nach Aussage von Hilbers vor allem aus den Ländern Syrien, Afghanistan und der Türkei.

Seit im Jahr 2015 viele Flüchtlinge nach Deutschland und auch nach Friesland kamen, unterstützt die Gemeinde Zetel die Migranten bei der Integration mit einem hauptamtlich tätigen Mitarbeiter. Denn nur so konnte der Kraftakt auch gestemmt werden. Allen in der Kommune war klar, dass die aufwendige Arbeit nur mit einer Vollzeitkraft zu leisten ist. Zunächst war Holger Gebben zuständig, der aber aus gesundheitlichen Gründen derzeit nicht zur Verfügung steht. Unterstützung erfährt Arne Hilbers von ehrenamtlich tätigen Bürgern, die sich in ihrer Freizeit um die Menschen kümmern.

Die tägliche Arbeit des Erziehers ist geprägt von einer großen Vielfalt: „Ich kümmere mich um den Schriftverkehr der Flüchtlinge, begleite sie auch zu Behörden, zu den Schulen und Kindergärten. Auch müssen Termine mit der Ausländerbehörde vereinbart und wahrgenommen werden.“

Der Kontakt zum Jobcenter ist für die Ausländer ebenfalls sehr wichtig. Größere Probleme gebe es bei der Zusammenarbeit mit den Migranten nicht: „Nur im Einzelfall treten hin und wieder einmal Schwierigkeiten auf.“ Teilweise sei es allerdings mühsam, den Menschen die in Deutschland üblichen Gepflogenheiten zu vermitteln. Das fange schon bei ganz simplen Dingen wie der Mülltrennung an.

Bei den ehrenamtlich in der Gemeinde Zetel tätigen Bürgern hatte sich Bürgermeister Heiner Lauxtermann erst kürzlich bei einer Zusammenkunft im Schulmuseum Bohlenbergerfeld bedankt. Der Verwaltungschef hatte im Verlauf seiner Begrüßung erklärt, dass die Integration nur von unten heraus funktioniere. Er würdigte in diesem Zusammenhang den Einsatz aller Ehrenamtlichen, die immer mit „viel Herzblut“ dabei seien: „Alle haben einen guten Job gemacht. Darauf kann und will die Gemeinde nicht verzichten.“ Bürgermeister Lauxtermann hob die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Bürgern hervor. Dabei erwähnte er auch die Dolmetscher, die bei der Integration unverzichtbar seien. „Die Integration dauert länger“ – so forderte Heiner Lauxtermann Geduld von allen Beteiligten.

Sein Büro hat Arne Hilbers im Sozialamt. Zu erreichen ist er dort während der regulären Öffnungszeiten. Er sieht sich nicht nur als Ansprechpartner für die Flüchtlinge, sondern auch als Bindeglied für Bürger, um ihnen mögliche Ängste zu nehmen.