Jever - Es gibt keinen eindeutigen Favoriten, dennoch soll der Beschluss, welcher der sechs Architekten-Entwürfe für das neue Johann-Ahlers-Haus zum Zuge kommt, möglichst einmütig gefällt werden.

„Der Ausschuss muss sich auf eine Entscheidung fokussieren“, sagte Jevers Kämmerer Dietmar Rüstmann am Dienstag mit Blick auf den Planungsausschuss, der an diesem Mittwoch, 21. November, tagt. Sitzungsbeginn ist um 16.30 Uhr im Anton-Günther-Saal des Rathauses. Die Sitzung ist öffentlich.

Das Fachgremium, das aus den sechs Entwürfen den am besten passenden auswählen sollte, hat keine Entscheidung getroffen – „aber wir haben Prioritäten gesetzt“, sagte Dr. Martin Dehrendorf von der Unteren Denkmalschutzbehörde beim Landkreis auf Nachfrage der NWZ .

Er favorisiert den Entwurf des jeverschen Architekten Friedel Meyer, den Entwurf des Büros Thater aus Funnix könne er aber ebenfalls befürworten. „Wichtig ist, dass das neue Gebäude die gleiche Qualität wie die umgebenden historischen Gebäude hat“, sagt Dehrendorf: Der Entwurf von Meyer sei clever in seiner Funktionalität, der Entwurf Thaters witzig und locker.

Aus den Rückmeldungen von Bürgern, die bei der Stadtverwaltung eingegangen sind, sei kein eindeutiger Favorit abzuleiten, sagte Dietmar Rüstmann: „Wir haben eine gleichmäßige Verteilung zwischen Befürwortern moderner Bauweise und Befürwortern eines Ahlers-Hauses, das die historische Struktur der Umgebung aufnimmt“, sagte er.

So nennt Günter Rieken aus Jever als seinen Favoriten den Entwurf des Büros Thater. Christian und Dagmar Jack aus Cleverns dagegen kritisieren fünf Entwürfe mit Flachdach als nicht ins Stadtbild passend und behaftet mit dem „Hauch der 70er Jahre“. Sie wünschen sich, dass die historische Substanz und Struktur der umliegenden Gebäude im neuen Ahlers-Haus aufgegriffen werden. „Der Entwurf der Planungsgruppe Ammerland zeigt hier ja wenigstens erste Ansätze“, so Christian Jack.

Die Soziale Wählergruppe (SWG) hat sich nach einer Mitgliederbefragung auf den Thater-Entwurf geeinigt, allerdings „konnten alle vorhandenen Entwürfe keine überschwängliche Begeisterung auslösen“, so Heiko Schönbohm.

Und es gibt auch Kritik am Vorgehen von Stadtrat und Verwaltung – insbesondere an der Geschwindigkeit, mit der eine Entscheidung herbeigeführt wird: „Keiner ist so richtig mit den Entwürfen zufrieden, aber aus Angst, dass Fristen für Zuschüsse verpasst werden, muss alles schnell und hektisch passieren“, meint der jeversche Geschäftsmann Raimund Ruhnau.

Er hat sich selbst Gedanken gemacht, wie das neue Ahlers-Haus aussehen könnte: Zwei Gebäude am bisherigen Standort, dazwischen ein Torbogen, der freien Blick auf die Graft ermöglicht.