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Ortsverein Zoff in der SPD: Vorsitzende tritt zurück

Nordenham - In der offiziellen Terminabsage ist von „technischen Gründen“ die Rede. Doch hinter dieser vagen Formulierung, mit der Vorstandsmitglied Karl-Heinz Sonder auf die Absetzung der Jahreshauptversammlung hinweist, verbirgt sich allerhand Zündstoff. In Wahrheit hat der überraschende Rücktritt der 1. Vorsitzenden Sabine Tymczuk dazu geführt, dass der SPD-Ortsverein Nordenham seine für den 15. Mai anberaumte Mitgliederversammlung abblasen musste. Sie hat aus Frust und Verärgerung über die „alten Seilschaften“ in der Partei nach nur einjähriger Amtszeit das Handtuch geworfen.

Verdruss staut sich auf

Der über Monate aufgestaute Verdruss ist so groß, dass Sabine Tymczuk nicht nur ihre Parteiämter niedergelegt hat, sondern auch gleich aus der SPD ausgetreten ist. „Ich musste die Reißleine ziehen“, sagt die 52-Jährige, „so ging es nicht mehr weiter.“

Sabine Tymczuk war im Mai 2013 im Zuge einer Verjüngung des Ortsvereinsvorstandes zur neuen Nummer eins gewählt worden und galt als eine Hoffnungsträgerin der Partei. Allerdings stellte sich schon bald heraus, dass der personelle Umbruch bei einigen altgedienten Sozialdemokraten nicht auf die erhoffte Zustimmung stieß. Sabine Tymczuk nennt auch Namen und führt vor allem ihren Vorgänger Kurt Winterboer (75) als Gegenspieler an. Er und seine Gefolgsleute aus der alten Riege hätten ihr immer wieder Steine in den Weg gelegt.

„Ich habe als Vorsitzende wenig Unterstützung bekommen“, sagt Sabine Tymczuk, „stattdessen gab es bei jeder Gelegenheit Nackenschläge.“ Diese Widerstände aus bestimmten Kreisen führt sie darauf zurück, dass Kurt Winterboer gerne noch zwei Jahre als Ortsvereinsvorsitzender amtiert hätte. Bei den Vorstandswahlen im Mai 2013 wollte sich Sabine Tymczuk eigentlich nur als Beisitzerin bewerben. Aber aus der Versammlung kam der Vorschlag, sie gleich zur 1. Vorsitzenden zu ernennen. Daraufhin zog Kurt Winterboer seine Kandidatur zurück. Der Einswarder hatte sechs Jahre an der Führungsspitze des etwa 115 Mitglieder zählenden SPD-Ortsvereins Nordenham gestanden.

Sabine Tymczuk stammt aus Bad Harzburg und arbeitet als Hauswirtschaftsgehilfin bei der Arbeiterwohlfahrt. 2010 war sie der SPD beigetreten und gehörte zunächst dem Ortsverein Abbehausen an. Drei Jahre später wechselte sie zum Ortsverein Nordenham. Jetzt zieht Sabine Tymczuk einen Schlussstrich und kehrt der sozialdemokratischen Partei den Rücken. Neben den Querelen im Ortsverein hat eine wachsende Unzufriedenheit mit kommunal- und bundespolitischen Beschlüssen – besonders bei Schulthemen – sie zu diesem Schritt veranlasst. „Die SPD ist nicht mehr meine Partei“, sagt Sabine Tymczuk.

Vorerst will die 52-Jährige zwar auf Abstand zur Politik gehen, aber sie schließt nicht aus, dass sie sich nach einer Übergangszeit wieder in einer Partei engagiert. Allerdings kommt dafür die SPD nicht mehr in Frage. Jedenfalls nicht aus heutiger Sicht.

Ihre Tätigkeit als Elternvertreterin will Sabine Tymczuk wie gehabt fortsetzen. „Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun“, sagt die stellvertretende Vorsitzende des Kreiselternrates.

Kassenwart gesucht

Wann die Nordenhamer SPD einen neuen Vorsitzenden wählt, steht noch nicht fest. Sicher ist aber, dass in der Versammlung auch das Amt des Kassenwartes neu besetzt werden muss. Schatzmeister Johannes Kranz hat ebenfalls vor einigen Tagen seinen Rücktritt erklärt.

Norbert Hartfil
Norbert Hartfil Redaktion Nordenham (Leitung)
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