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Von Klaus Hilkmann
Frage:
Wie geht der Deutsche Bauernverband mit der Zulassung der EU-Kommission für die Gen-Kartoffel Amflora um?
Born:
Wir sehen das sehr gelassen. Die Landwirte werden sich auf die Entscheidung einstellen. Ob sich die Gentechnik in der Landwirtschaft durchsetzt, entscheidet nicht der Gesetzgeber, sondern der Markt. Für die Futter- und Nahrungsmittelproduktion bin ich da sehr skeptisch, da es in Deutschland derzeit keine Akzeptanz für Lebensmittel gibt, die mit Hilfe der Gentechnik produziert werden.
Frage:
Die Amflora-Kartoffel wird für die Klebstoffindustrie produziert. Ist es ein Problem, dass weitere Flächen nicht mehr für den Anbau von Futter- oder Nahrungsmitteln genutzt werden?
Born:
Nein. Wir sind stolz darauf, dass in Deutschland inzwischen zwei von 17 Millionen Hektar für nachwachsende Rohstoffe und erneuerbare Energien bewirtschaftet werden. Der Flächenbedarf für industriell genutzte Gen-Kartoffeln ist daran gemessen sehr gering. Im übrigen war es vor dem Beginn des Kohle- und Erdölzeitalters ganz normal, dass ein großer Teil der landwirtschaftlichen Produktion für die Energie- und Rohstofferzeugung eingesetzt wurde.
Frage:
Kann die Zulassung ökologische Vorteile bringen?
Born:
Die aktuelle Diskussion zeigt, dass in Deutschland neue Technologien immer wieder eher als Risiko begriffen werden. Die Zulassung der Gen-Kartoffel Amflora ist für Landwirte und Verbraucher auch eine Chance. So kann man mittels Gentechnik auf eine Vielzahl teurer und umweltschädlicher Pflanzenschutzmittel verzichten.
Frage:
Wie können Landwirte vor der Verbreitung gentechnisch veränderter Pflanzen in der Nachbarschaft geschützt werden, wenn sie diese ablehnen?
Born:
Die nun geplanten Versuche mit Amflora sind eine sehr gute Möglichkeit, genau diese Frage zu klären. Nur der Anbau unter den natürlichen und strukturellen Gegebenheiten Deutschlands kann Hinweise auf die notwendigen Abstände zwischen Feldern mit und ohne Gentechnik geben.