Harpstedt - Der Beirat „Bäuerliche Siedlungsgeschichte“ geht in die Endrunde – und in der will er noch einmal richtig aufdrehen. In diesem und dem nächsten Jahr würden (zusätzlich zu den bereits erschienenen beiden Fachbüchern) vier weitere Publikationen über die mittelalterliche Geschichte der heutigen Samtgemeinde Harpstedt herausgegeben, kündigte Beiratsvorsitzende Prof. Karin Holm bei der jüngsten Tagung am Montag im Hotel Zur Wasserburg an. Dort war schon so etwas wie Abschiedsstimmung zu spüren – aber auch Stolz.

Ein Grund für die Abschiedsstimmung: Letztmalig wirkten im Beirat Dr. Stephanie Abke und Hermann Karnebogen von den Projekt-Förderern EWE-Stiftung (Oldenburg) beziehungsweise Avacon (Syke) mit. Sie habe „unheimlich viel gelernt“, sagte die promovierte Historikerin Abke, während Karnebogen, ein Techniker, von „spannenden Diskussionen“ sprach.

Kurzer Rückblick: Im Herbst 2009 war es, als auf Initiative von Holm und in Kooperation mit der Fachhochschule Vechta das Forschungsvorhaben zur bäuerlichen Siedlungsgeschichte in der heutigen Samtgemeinde Harpstedt begann. Der Beirat begleitete das Projekt und suchte (erfolgreich) nach finanziellen Förderern.

Die nächste avisierte Veröffentlichung fällt schon durch ihren langen Namen auf: „„Historische und Geographische Collectanea von der uralten  Burg und Weichbilde Harpstädt auch umliegendem Amt und deßen Nachbarschaft“, ursprünglich verfasst von Johann Heinrich Redeker im Jahr 1756. Das Original verbrannte im Zweiten Weltkrieg. Allerdings habe der Harpstedter Schulleiter Robert Grimsehl den größten Teil bereits 1938 abgeschrieben, erläuterte Dr. Herbert Bock. In seinem nächsten Buch will Bock die Abschriften neu herausgeben – angereichert mit textkritischen Anmerkungen. Die Finanzierung sei gesichert, sagte Beiratsmitglied Herwig Wöbse.

Die weiteren Publikationen werden sich mit der Bildung im Mittelalter (Mareike Hustedt), Rittern und Knappen (Prof. Bernd Ulrich Hucker) und der Kieselhorst-Genealogie (Prof. Karin Holm) befassen).

Übrigens: Trotz der Abschiedsstimmung kam am Montag keine Wehmut auf. Der Grund: Wenn der Beirat die Zielmarke erreicht hat, wird der 2016 gegründete Geschichtsverein den Stab übernehmen. Auch er plane mehrere Publikationen, sagte Vorsitzender Uwe Cordes.