„Rot-grüner Haushalt beschlossen“, über den Zuschuss zur Beratungsstelle „Wildwasser“ (NWZ vom 23. Dezember)

Der rot-grün dominierte Rat der Stadt Oldenburg hat den Etat für 2016 beschlossen, und Herr Kuchta hat darüber berichtet. Man muss sehr genau hinsehen, um zu erkennen, welch unglaubliche Sache da passiert ist. Haupt-Denkaufgabe: Wer bekommt aus dem Sozialetat wie viel Geld, warum und wofür.

Vorsitzende des Sozialausschusses ist Frau Rita Schilling. Sie hat damit erheblichen Einfluss auf die Auswahl der Empfänger und die Verteilung des Geldes.

Frau Schilling ist aber beruflich bei „Wildwasser“ tätig, zuständig für Finanzen. „Wildwasser“ ist zweifelsfrei eine unterstützungswürdige Einrichtung – durch Spenden!

Aber: Es gibt auch andere hilfreiche und in ihrer Arbeit sehr erfolgreiche Einrichtungen wie zum Beispiel „Trauerland“. Das segensreiche Wirken dieser Einrichtung durfte ich im engsten Freundeskreis kennen lernen.

Nun lese ich in der NWZ, dass „Trauerland“ nichts bekommt, während gleichzeitig die Zuwendung an „Wildwasser“ von geplanten 24 200 Euro auf 39 200 Euro€ aufgestockt wurde.

Das ist ein Skandal! Ist sich Frau Schilling als Vorsitzende des Sozialausschusses einerseits und Mitglied des Führungsstabes bei „Wildwasser“ andererseits nicht bewusst, dass sie damit zwangsläufig in einen bösen Interessenkonflikt geraten ist?

Auch wenn letztlich der Rat in seiner Gesamtheit entscheidet, so ist doch die Vorarbeit auf Ausschussebene der wichtigste Arbeitsschritt. Wenn das nicht so wäre, dann bräuchte man keine Ausschüsse.

Dieter Vogt Ofen