Wardenburg - Eigentlich hatte der Wardenburger Gemeinderat auf seiner Sitzung an diesem Donnerstag die Amtszeit von Gemeindebrandmeister Herwig Grotelüschen um weitere sechs Jahre verlängern wollen. Aber diese Entscheidung muss vorerst vertagt werden. Denn bislang haben nur zwei der drei Ortsfeuerwehren ihre Wahlempfehlung abgegeben: die Entscheidung der Ortsfeuerwehr Wardenburg fehlt noch. Die Amtszeit von Grotelüschen endet aber bereits am 30. Juni.

Während Littel sich dafür ausgesprochen hat, Grotelüschens Amtszeit zu verlängern, haben die Achternmeerer Kameraden ihren Ortsbrandmeister Bernd Dep­ner beauftragt, eine Enthaltung abzugeben. In Wardenburg steht das Votum noch aus. „Bei der ersten Sitzung waren wir mit 33 Anwesenden nicht beschlussfähig, bei der zweiten Sitzung war nicht ordnungsgemäß eingeladen worden“, erklärt Ortsbrandmeister Stefan Buschmann die Gründe für die bislang fehlende Wahlempfehlung. Nun soll am 14. Juni ein neuer Versuch gestartet werden.

Wie das Votum ausfällt, weiß Buschmann natürlich noch nicht, da es unterschiedliche Meinungen gebe. „Aber wahrscheinlich läuft es darauf hinaus, dass die Wahl von Herwig Grotelüschen nicht befürwortet wird“, vermutet Wardenburgs Ortsbrandmeister. Einen Gegenkandidaten gibt es jedoch nicht.

„Bereits im vergangenen Jahr sollten Wahlvorschläge gemacht werden. Da wurde aber kein zweiter Kandidat benannt, und ich blieb der einzige“, berichtet Grotelüschen gegenüber der NWZ. Seinem jetzigen Stellvertreter, Maik Oliver Bäcker, sei eine Nachfolge noch zu früh gewesen, da er den Posten erst vor zwei Jahren übernommen hat. Er wollte lieber noch ein paar Jahre Erfahrungen als Stellvertreter sammeln.

Momentan deutet alles darauf hin, dass die Gemeinde zum 1. Juli erst einmal ohne Gemeindebrandmeister dasteht und Bäcker die Amtsgeschäfte übernehmen muss. „Dann gehe ich für zwei Monate in den Urlaub“, nimmt es Grotelüschen fast humorvoll. Wenn der Gemeinderat erst auf seiner nächsten Sitzung am 17. August eine Entscheidung treffe, dann könne er zum 1. September wieder verpflichtet werden. Der 57-jährige Litteler bekleidet seit zwölf Jahren das Amt der Gemeindebrandmeisters und ist seit 40 Jahren Mitglied in der Feuerwehr.

In der Funktion des Gemeindebrandmeisters, so Grotelüschen, müsse man immer viel Kritik einstecken. Wahrscheinlich auch ein Grund dafür, dass sich kein weiterer Kandidat für dieses Amt aufstellen ließ. Es sei mit viel Arbeit verbunden, die man von außen oft nicht sehe.

Egal, wie sich die Mitglieder der Wardenburger Ortswehr am 14. Juni entscheiden. Das letzte Wort hat am Ende der Rat.

Marén Bettmann
Marén Bettmann Redaktion Wardenburg