ZWEIBRüCKEN/KINSHASA - ZWEIBRÜCKEN/KINSHASA/DPA/AFP - Die dritte Kompanie des Fallschirmjäger-Bataillons 263 in Zweibrücken wird wegen zweifelhafter Sex-Praktiken einiger ihrer Soldaten nun doch komplett aus dem geplanten Kongo-Einsatz gestrichen. Statt der dritten wird nun die zweite Kompanie des Fallschirmjäger-Bataillons die für die EU-Mission vorgesehenen Teileinheiten stellen, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Ein Grund dafür sei, dass die betroffenen Soldaten wegen der bundeswehrinternen Ermittlungen gegen sie nicht an den Vorbereitungen für den Auslandseinsatz teilnehmen könnten.

Die Bundeswehr untersucht „Fehlverhalten im Umgang miteinander“ in der Kaserne im pfälzischen Zweibrücken. Dort soll einem Soldaten Obst ins Gesäß geschoben und dann mit einem Paddel darauf geschlagen worden sein. Nach bisherigem Erkenntnisstand haben die beschuldigten Soldaten freiwillig mitgemacht.

Unterdessen hat Karlheinz Viereck, Oberkommandierender der EU-Kongo-Mission, den Einsatz gegen den Vorwurf der Einmischung in den Wahlkampf verteidigt. „Wir sind hier für das kongolesische Volk“, sagte Viereck bei einem Besuch in Kinshasa. „Wir sind nicht hier, um eine Person, eine Gruppe oder eine politische Partei zu unterstützen.“ Die EUFOR-Soldaten hätten den Auftrag, unparteilich zu sein. In der kongolesischen Presse gab es Spekulationen, die EU solle die Wiederwahl von Präsident Joseph Kabila unterstützen.

Derweil breitet sich die Lungenpest im Osten des Kongo nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen aus. Mehr als 20 Menschen seien bereits an der leicht übertragbaren Erkrankung gestorben.