Wildeshausen - „Jeder bekommt nur einen Stimmzettel“, ermahnt Politiklehrer Christian Langfermann die Wildeshauser Realschüler der 10b, dann geht es los. Sorgfältig geht ein Schüler nach dem anderen vor die Tür zum vorbereiteten Wahltisch und setzt die Erst- und Zweitstimme. Äußerste Diskretion ist gefragt, genau wie bei einer richtigen Wahl.

Anschließend landen die Stimmzettel sicher verstaut in der Wahlurne. Bevor sie jedoch ihre Kreuze setzen durften, bereiteten sich die 15- bis 17-Jährigen Realschüler ausführlich auf die Wahl vor. Unter anderem analysierten sie die Werbestrategien der Bundestagskandidaten. Im Politikunterricht standen die Grundsätze des Wählens und einer Demokratie auf dem Stundenplan. Außerdem lernten die Schüler den Aufbau eines Stimmzettels und den Unterschied zwischen Erst- und Zweitstimme kennen.

„Neben der Vorbereitung im Unterricht bin ich mit den Schülern in die Stadt gegangen und habe die Wahlplakate der Bundestagskandidaten angesehen. Hinterher haben wir besprochen, was den Schülern an den Plakaten gut und was ihnen weniger gut gefallen hat“, erklärt Langfermann. So seien kurze knackige Wahlslogans in positiver Erinnerung geblieben. Eine weitere Orientierungshilfe bei der Wahl der richtigen Partei und des richtigen Kandidaten stellte der Wahl-o-mat dar.

Hierfür setzten sich die Schüler an Computer und Laptops, um im Internet mehrere Fragen zu Politik, Parteien und Kandidaten zu beantworten. „Die Ergebnisse sind jedoch nicht repräsentativ, daher haben wir im Anschluss ausführlich über den Wahl-o-maten gesprochen. Er dient den Schülern jedoch als kleine Orientierungshilfe“, so Langfermann. Positiv überrascht zeigte sich der Lehrer über die gute Resonanz seiner Schüler hinsichtlich der Wahl.

„Die Schüler waren sehr aufmerksam und haben viele Fragen gestellt. Allgemein sind sie politisch interessiert. Die Medien haben hierbei natürlich auch eine große Rolle gespielt“, betont der Wildeshauser Lehrer. So hätten die Jugendlichen sich nicht nur das Fernsehduell zwischen Angela Merkel und Peer Steinbrück angesehen, sondern sich auch die Internetauftritte (Websites und soziale Netzwerke) der Parteien angeschaut und diese bewertet. Fit seien die Schüler auch nicht nur auf nationaler politischer Ebene: „Auch über Außenpolitik wurde gesprochen“, sagt Langfermann. Finanzspritzen und Kriege seien für die Schüler keine Unbekannten.

Sabrina Wendt
Sabrina Wendt Thementeam Wirtschaft