Oldenburg - Freizügige Bilder sind nicht sein Ding. Perfekte Modelmaße hat Joel Schiliro auch nicht. Trotzdem will der 24-Jährige in diesem Jahr die Wahl zum Mr Gay Germany gewinnen. Sein Plan: Eine starke Kampagne in der er sich für homosexuelle Paare stark macht, die ein Kind adoptieren wollen.
Momentan befinden sich noch elf Kandidaten im Vorentscheid des Wettbewerbes „Mr Gay Germany“. Joel Schiliro ist einer von ihnen.
Wer ins Finale kommt, steht noch nicht fest und wird an diesem Wochenende entschieden. Die Kandidaten müssen dabei in verschiedenen Einzelwettbewerben gegeneinander antreten.
Dazu gehören neben einem Radiointerview auch ein Wissenstest zur Gay-Community, eine selbstausgearbeitete Kampagne, ein Fotoshooting und die Resonanz aus den Sozialen Medien.
Unterstützen kann man Joel Schiliro hier:
„Es ist wahnsinnig schwierig, in Deutschland ein Kind zu adoptieren. Wenn ein Paar zum Beispiel nicht verheiratet ist, sinken die Chancen stark. Außerdem habe ich den Eindruck, dass die Behörden bei homosexuellen Paaren besonders genau hinschauen. Außerdem muss man viel Papierkram erledigen“, beschreibt Schiliro die Problematik. „Dabei gibt es in Deutschland genug Kinder, die keine Eltern mehr haben und vermittelt werden könnten.“
Kleinere Hürden
Das Thema berührt den Marketing- und Event Manager aus Oldenburg, weil auch er irgendwann eine Familie gründen möchte. Momentan wohnt er mit seinem Partner zusammen. „Irgendwann kommt der Kinderwunsch in jeder Beziehung zur Sprache. Es wäre schön, wenn die Hürden, die es jetzt noch gibt, kleiner sind, wenn ich ein Kind haben möchte“, sagt Schiliro. Deshalb will er sich in seiner Kampagne, die er für den Mr Gay Germany Wettbewerb startet, mit dem Thema auseinandersetzen.
Dass er in dem Wettbewerb unter die verbleibenden elf Teilnehmer gewählt worden ist, hat ihn selbst überrascht. „Ich bin eigentlich nicht so der Model-Typ und stehe nicht auf diese ganzen Äußerlichkeiten. Mir ist der Charakter eines Menschen viel wichtiger“, sagt Schiliro, der im Moment an seinem Auftritt in den sozialen Medien feilt.
Der Online-Auftritt muss begeistern
„Eine der Aufgaben, die uns im Rahmen des Wettbewerbes gestellt worden sind, ist es, möglichst viele Menschen durch unsere Online-Auftritte zu begeistern“, erklärt der Marketing- und Eventmanager. „Ich konzentriere mich dabei auf Instagram und Facebook.“ Jedes Mal, wenn jemand seinem Bild ein „gefällt mir“ gibt, oder es teilt, sammelt Schiliro Punkte.
Unterstützung erhält er dabei von seinen Freunden und seiner Familie. „Die stehen alle hinter mir und haben mir viel positive Rückmeldung gegeben“, freut sich der 24-Jährige, der als einziger norddeutscher Teilnehmer in den Wettbewerb startet.
„Ich hoffe, dass ich in den kommenden Tagen über die sozialen Medien noch mehr Zuspruch bekomme. Viele der anderen Teilnehmer sind da besser aufgestellt als ich.“
Präsentation im Smoking
Sollte Schiliro sich an diesem Wochenende im Vorentscheid in Düsseldorf durchsetzen können, qualifiziert er sich automatisch für das Finale in Köln. „Da gibt es dann eine richtige Jury und die Finalisten müssen sich im Smoking präsentieren. Wichtiger Bestandteil ist aber auch die Kampagne“, erläutert Schiliro weiter.
Der Sieger des Wettbewerbes bekommt als Hauptpreis eine Reise nach Gran Canaria und Unterstützung für die jeweilige Kampagne. „Die Reise ist mir nicht so wichtig. Ich hoffe mehr auf die Kampagnen-Unterstützung“, sagt der 24-Jährige, der die Menschen durch seinen Einsatz noch stärker für das Thema sensibilisieren möchte.
Ob er den Wettbewerb für sich entscheiden kann, weiß Schiliro nicht. „Ich hoffe es aber. Ansonsten ist die Teilnahme eine gute Erfahrung für mich.“
