• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region

Preußen in Wilhelmshaven

19.03.2005

Der nach einjährigen Geheimverhandlungen zwischen dem Königreich Preußen und dem Großherzogtum Oldenburg im August 1853 unterzeichnete Jadevertrag kann als die Geburtsurkunde Wilhelmshavens gelten. Preußen benötigte als Stützpunkt für seine Flotte einen Nordseehafen. Diesen Hafen konnte es auf dem von Oldenburg erworbenen Gelände am Jadebusen errichten. Am 23. November 1854 fand die Gebietsübergabe statt. Die Verhandlungen waren unter König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen und den Großherzögen Paul Friedrich August, der 1853 verstarb, sowie seinem Sohn Nikolaus Friedrich Peter von Oldenburg geführt worden. Seinen Namen erhielt der preußische Kriegshafen 1869 nach König Wilhelm I. von Preußen, nachmals Kaiser Wilhelm I.

Das zunächst von Oldenburg abgetretene Gebiet war klein. Schon Großherzog Paul Friedrich August hatte deswegen konstatiert: „Die Marinestation in der Nordsee wird den Ausgangspunkt bilden, um das sich Größeres schart.“ Entsprechend wuchs der Kriegshafen zusehends mit oldenburgischen Gemeinden des Umlandes zu einer Einheit zusammen, die das heutige Wilhelmshaven ausmacht.

Es geht in dem Band „150 Jahre Jadevertrag" nicht nur um neuere Geschichte, denn zunächst behandelt Gerd Steinwascher gewissermaßen die Vorgeschichte, und das heißt hier, die Geschichte des heutigen Wilhelmshavener Gebietes vor der Gründung des Marinehafens seit dem Mittelalter. Weiterhin steht die schwierige Person Friedrich Wilhelms IV. von Preußen im Mittelpunkt eines Beitrages von Ernst Hinrichs, der den König im Kontext des Zeitgeschehens darstellt. Für das Buch ganz wesentlich ist dann der Text von Jens Graul, der sich den zentralen Geschehnissen selbst widmet, den Verhandlungen über die Gebietsabtretungen und die Übernahme des Jadegebietes, eben der Geburtsstunde der Hafenregion Wilhelmshaven. Die Gründung Wilhelmshavens wäre nicht denkbar gewesen ohne den Aufbau einer deutschen Kriegsmarine. Hierfür hat Prinz Adalbert von Preußen entscheidende Verdienste erworben. Jörg Duppler schildert das Leben des Prinzen und sein Wirken für die Marine. Das neu gegründete

Wilhelmshaven war eine der Planstädte des 19. Jahrhunderts. Geprägt haben diese Planstadt zwei Generationen der Schinkel-Schule, deren Spuren noch überall in Wilhelmshaven zu entdecken sind, was Ingo Sommer in seinem Beitrag ausführlich erläutert. Wilhelm II. war ein den Künsten gegenüber aufgeschlossener Kaiser mit eigenen Vorstellungen. Jörg Michael Henneberg betrachtet diese Wilhelminische Kunst, die auch im Stadtbild Wilhelmshavens, der „technischen Kaiserstadt“, ihren Niederschlag gefunden hat. Cord Eberspächer stellt im Anschluss daran den Jadevertrag in einen regionalen und auch europäischen Zusammenhang, womit der Band seinen Abschluss findet.

Der Band „150 Jahre Jadevertrag“ bietet damit eine Fülle von grundlegenden Informationen, nicht nur zum Jadevertrag als solchem, sondern auch zu seinem weiteren und weitesten Umfeld. Er ist keine Spezialabhandlung über einen ausgewählten Bereich der Geschichte des 19. Jahrhunderts, sondern ein Buch, das mehr bietet, als der Titel zunächst vermuten lässt. Die durchweg interessanten, mitunter spannenden Beiträge machen den Band nicht nur für den Historiker zu einem sehr lesens- und empfehlenswerten Buch. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist dabei eine echte Überraschung: Obwohl der Band viel bietet und auch noch reich bebildert ist, ist er zu einem sehr günstigen Preis erhältlich.

Nordwestdeutsche Universitätsgesellschaft e. V. (Hrsg.): 150 Jahre Jadevertrag. Dokumentation des Vortragszyklus 26.09. – 28. 09. 2003, Wilhelmshavener Tage 9, Brune-Mettcker Druck und Verlagsgesellschaft mbH, Wilhelmshaven 2004, 148 S., Abb., ISBN 3-930510-86-3, Preis: 3,50 Euro. Jörgen Welp

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.