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NWZonline.de Region

Projekt hilft Kindern beim Lernen für gesundes Leben

31.12.2013

Witten /Bochum In dieser Schulstunde ist er der Chef: Wenn Medizinstudent Paul Menge seine Trillerpfeife einsetzt, rennen die Mädchen und Jungen der Städtischen Sekundarschule Bochum-Ost los, um den „Brennball“ zu fangen. Doch nicht nur beim Sport treten die zwei Teams, bestehend aus jeweils acht Fünftklässlern, gegeneinander an. In einem Quiz können sie mit ihrem Wissen über Sport und gesunde Ernährung punkten.

„Wie viel sollte man am Tag trinken?“, fragt Paul Menge die Schüler – und die Finger schnellen hoch. Die Schätzungen reichen von zwei Litern bis zu vier Wasserflaschen. „Gar nicht so schlecht“, meint der Medizinstudent der Universität Witten-Herdecke.

Die Kinder wissen auch, dass viel Sport das Immunsystem stärkt und ein Glas Cola ungewöhnlich viel Zucker enthält. Von den zwei Unterrichtsstunden, die Menge jeden Donnerstag gemeinsam mit seinen Kommilitonen an der Bochumer Schule gibt, ist also einiges hängen geblieben.

Schon seit fünf Jahren kommen die Wittener Medizinstudenten einmal pro Woche an die Bochumer Schule, um zehn- bis elfjährigen Schülern das Thema Gesundheit nahe zu bringen. „In unserem Präventionsprojekt ,Add Action’ sollen die Kinder spielerisch lernen, was für ein gesundes Leben wichtig ist“, erklärt Projektleiterin Elisa Schunkert. Insgesamt 34 Studierende machen derzeit bei „Add Action“ mit, jeweils fünf bis sechs organisieren die beiden wöchentlichen Unterrichtsstunden. Ein Student leitet sie.

Mit ihrem Gesundheitsprojekt wollen die Medizinstudenten versuchen, der steigenden Zahl von übergewichtigen Kindern und Jugendlichen entgegenzuwirken. Laut Studien des Robert Koch Instituts ist jedes sechste Kind in Deutschland schwer übergewichtig. Seit den 90er Jahren hat die Zahl der adipösen Kinder und Jugendlichen zwischen null und 17 Jahren um 50 Prozent zugenommen.

Es gibt neben Sportangeboten wie Badminton, Beachvolleyball, Rugby und Klettern auch gemeinsame Kochstunden und einen Ausflug auf den Bauernhof.

„Viele Kinder sind fasziniert davon, dass die Schweine und Hühner, die da rumlaufen, später in ihrem Hamburger landen“, erzählt Elisa Schunkert. Immer wieder ist sie erstaunt, wie wenig die Kinder über Ernährung wissen. „Wenn wir zusammen Pizza backen, können nur wenige sagen, woraus Käse besteht“, ergänzt Medizinstudentin Felicitas Saal.

Studien zeigen, dass besonders Kinder aus sozial schwachen Schichten anfällig für Übergewicht sind. Ihr Anteil unter den adipösen elf- bis 13-Jährigen ist dreimal so hoch. Deshalb wünschen sich die Studenten mehr Projekte wie „Add Action“ in den sozialen Brennpunktvierteln deutscher Großstädte.

„Es ist unser langfristiges Ziel, andere Studenten an anderen Universitäten für unser Konzept zu begeistern“, sagt Elisa Schunkert.

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