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NWZonline.de Sport Weitere Radsport

Besucher kommen auch wegen des Sports

10.01.2017

Bremen Bereits zum 53. Mal feiert Bremen vom 12. bis 17. Januar 2017 seine Sixdays. Außer dem ersten Sechstagerennen im November 1910 wurden ab 1965 alle weiteren Rennen in der Stadthalle, die seit ein paar Jahren ÖVB-Arena heißt, ausgetragen. Diese beherbergt mit einer Länge von 166,6 Metern eine der kleinsten Sechstage-Bahnen, die aber durch eine Kurvenerhöhung von 58 Grad gleichzeitig besonders steil ist.

Schon immer gingen die Veranstalter einer solchen Großveranstaltung ein finanzielles Risiko ein. Willi Röper hatte als erstes mit einer ausgewogenen Mischung aus Show und Sport den Mut bewiesen. 1981 übernahm Frank Minder. Der Schwerpunkt lag nun auf dem Showprogramm. Die Bremer Sixdays wurden zum Volksfest, wirtschaftlich ein voller Erfolg.

Dieses Konzept trug die Veranstaltung allerdings nicht ewig. Die Besucherzahlen gingen zurück, die Sixdays waren in Gefahr. Der Vertrag mit Minder lief 2011 aus, und die Bremer Wirtschaftsförderung handelte. Die Ausrichtung der Traditionsveranstaltung wurde neu ausgeschrieben.

Übernommen hat 2012 die „Event und Sport Nord GmbH (ESN)“ mit einer wieder ausgewogenen Mischung aus Radsport und Unterhaltung. Die ESN-Geschäftsführer Hans Peter Schneider und Theo Bührmann jr. sowie der sportliche Leiter Erik Weispfennig haben damit die Bremer Veranstaltung umgekrempelt und wieder auf Erfolgskurs gebracht. Damit wurde das Rennen in seiner Geschichte nach der Ära Röper und Minder zum dritten Mal neu erfunden. Der Erfolg kann sich sehen lassen. Schneider: „Die Veranstaltung wird nicht bezuschusst. Wir hatten immer rund 60 000 Besucher und setzen auf moderates Wachstum.“

Bundesweit gibt es sonst nur noch in Berlin ein Sechstagerennen. Auch dieses durchläuft ein Wechselbad aus Show und Sport. Nicht nur dadurch ist es eng verknüpft mit Bremen, auch durch Reiner Schnorfeil. Der Harpstedter hat bis 1996 mit dem damaligen Bremer Stadthallendirektor Heinz Seesing die Sixdays auf die Beine gestellt. 1997 folgte er ihm zum Berliner Sechstagerennen und stieg 2009 in die Geschäftsführung auf. 2015 verkaufte er seine Anteile an die Londoner Madison Sport Group.

Die Bedingungen in Berlin sind anders: Austragungsort ist das Velodrom, eine Halle mit einer fest eingebauten, 250 Meter langen Bahn, die bis 17 Meter unter die Erde reicht. Aufgrund des begrenzten Platzangebots ist jedoch kaum ein so umfangreiches Showkonzept rund um das Radsportgeschehen wie in Bremen möglich. Die Einnahmen aus dem Catering waren entsprechend gering. Der Versuch, trotzdem eine Show in dem beengten Raumangebot auf die Beine zu stellen, scheiterte. Schnorfeil sagt, der Druck von außen wurde immer größer: Erst das Nichtraucherschutzgesetz mit den wegbrechenden Besucherzahlen, dann die GEMA-Gebühren, denen er – anders als in Bremen - nachgegeben hatte und somit keine Live-Musik mehr gespielt wurde. Die Rückbesinnung auf den Sport ist der Ausweg. Allerdings ist Berlin sportlich laut Schnorfeil übersättigt. Er hofft für die im Anschluss an die Bremer Sixdays stattfindende Veranstaltung (19. bis 24. Januar) auf etwa 70 000 Besucher. Immerhin sichert der Fortbestand jedes Sechstagerennens die Sportart als solche.

Die Bremer Veranstaltung war und ist ein Phänomen. Denn auch für die Wirtschaft sind die Sixdays attraktiv. Werner Forster, Geschäftsführer des Oldenburger Fahrradherstellers „Cycle Union“, ist im Fahrrad-Leistungssport aktiv gewesen. In diesem Jahr unterstützt sein Unternehmen die Sixdays mit den neuen E-Dernys, die die knatternden Schrittmacher-Motorräder ersetzen.

Und auch sportlich geht es immer weiter voran: 2015 hat der Weltsportverband UCI das Bremer Rennen in die Kategorie 1 hochgestuft. Die Radsportler können nun noch mehr Qualifikationspunkte für die Rad-WM sammeln.

Titelverteidiger bei der an diesem Donnerstag (21.10 Uhr) beginnenden Veranstaltung sind Christian Grasmann/Kenny de Ketele. Angeschossen wird das Sechstagerennen von Werder-Kapitän Clemens Fritz und vom Comedian Martin Rütter.

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