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NWZonline.de Sport Weitere Radsport

Talent fährt endlich zum großen Erfolg

14.05.2019

Bologna Eine eigene Straße hat Deutschlands neuer Radsport-Stern Pascal Ackermann schon längst, damit kann man ihn nicht mehr überraschen. Der Pascal-Ackermann-Weg führt durch seine Heimatgemeinde Minfeld in der Südpfalz. Da stellt sich schon die Frage, wie man jemanden belohnen soll, der gerade seinen Premierensieg beim Giro d’Italia eingefahren hat und die Tradition deutscher Top-Sprinter fortsetzt. Eine Allee sollte da schon drin sein.

Doch der 25-Jährige gibt sich im Moment seines größten Karriereerfolges demütig, verweist auf die Idole, die ihn geprägt haben. Marcel Kittel zum Beispiel, dem der Blondschopf nicht nur äußerlich ähnelt. „Ich habe Marcel angefeuert, als ich ein junger Fahrer war, aber ich bin nicht so gut wie er“, sagte Ackermann am Sonntag nach seinem Sprint-Triumph auf der zweiten Giro-Etappe von Bologna nach Fucecchio. Doch während Kittel eine Pause einlegt und vor einer ungewissen Zukunft als Radprofi steht, ist Ackermann erst am Anfang.

Es mutet an wie ein kleines Radsport-Märchen. Der junge Grand-Tour-Novize düpierte gleich beim ersten Auftritt die Weltelite. Doch es war geplant. „Bei mir wird es kein Reinschnuppern, wir gehen hin, um Etappen zu gewinnen“, hatte er vor dem Start gesagt. Und Ralph Denk, Chef seines Teams Bora-Hansgrohe, sieht in Ackermann den kommenden Dominator in den großen Rad-an-Rad-Duellen. Der Erfolg beim Mai-Klassiker in Frankfurt hatte es ohnehin schon angekündigt.

Früh war Ackermanns Talent nicht mehr von der Hand zu weisen. Mit sechs Jahren fuhr er sein erstes Rennen. Später war er deutscher Schülermeister, im Vorjahr holte er selbigen Titel bei den Männern, während er unter anderem Etappen bei der Tour de Romandie und das Criterium du Dauphine gewann.

2018 scharrte Ackermann bereits mit den Hufen, das Team hielt ihn aber noch zurück. „Ich wollte eine Grand Tour fahren, aber sie wollten, dass ich warte, weil wir viele Sprinter hatten. In diesem Jahr haben sie mir die Chance gegeben, aber meinten auch, dass ich konzentriert und in guter Form sein muss“, sagte Ackermann. Im Frühling hatten ihn einige Stürze noch zurückgeworfen: „Ich konnte nie zeigen, wie gut meine Beine wirklich waren.“ Jetzt kann er es.

Was ihn von vielen Kollegen unterscheidet, ist sein Gemüt. Klar, ein akribischer Arbeiter ist Ackermann, aber er nimmt das Leben leicht – als fröhlicher Geselle. „Ich glaube, ich bin glücklich, weil ich meinen Traum als Radsportler lebe“, sagte er: „Es gibt so viele Typen, die niemals lächeln, aber ich will auch für die ein Beispiel sein.“

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