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NWZonline.de Sport Weitere Radsport

Straßensprinter Politt zeigt Bahnqualitäten

16.01.2020

Bremen Nils Politt kam aus dem Freudenrausch gar nicht mehr heraus. Völlig ausgepumpt, aber voller Adrenalin feuerte der Kölner Radprofi seinen Teamkollegen Kenny de Ketele von der anderen Seite der Bahn an, als dieser nur drei Runden vor Ende der finalen Jagd den spektakulären zweiten Rundengewinn in Folge sicherte – und fuhr dann, als der Belgier ihn per Schleudergriff ins Renngeschehen schickte, noch einmal am gesamten Fahrerfeld vorbei und mit hochgerissen Armen als Erster über die Ziellinie. Standing Ovations und laute Musik begleiteten das Sieger-Duo der Sixdays Bremen auf der Ehrenrunde durch die ÖVB-Arena.

Der 25-jährige Politt machte in den vergangenen Jahren vor allem auf der Straße auf sich aufmerksam. Im Vorjahr war der für das Team Katusha-Alpecin fahrende Profi zum dritten Mal bei der Tour de France dabei, im Frühjahr war er Zweiter beim Eintagesklassiker Paris-Roubaix gewesen. 2018 hatte er bereits eine Etappe bei der Deutschland-Tour gewonnen. Jetzt kann sich der Straßen-Sprinter auch seinen ersten Sieg bei einem Sechstagerennen in seine Vita schreiben – und kann aus den vielen Rennen der vergangenen Woche vielleicht auch gute Trainingseffekte für die bald anstehenden Frühjahrsklassiker ziehen.

Doch auch auf der Bahn hat es dem früheren deutschen Juniorenmeister in der Mannschaftsverfolgung gut gefallen. „Ich bin ein großer Fan von Sechstagerennen und hatte eine tolle Zeit in Bremen. Wenn es im nächsten Jahr passt, komme ich auf jeden Fall wieder“, sagte Politt.

Lange hatte es in der finalen Jagd über 60 Minuten am späten Dienstagabend nach einem Sieg des Duos Wim Stroetinga/Nico Selenati ausgesehen. Die beiden waren mit einer Runde Vorsprung ins Rennen gegangen und verteidigten diese in den ersten 45 Minuten vor den fünf Teams, die nur eine Runde Rückstand hatten. Als das Duo Tristan Marguet/Maximilian Beyer sich eine knappe Viertelstunde vor Ende absetzte, spannten sich Stroetinga und Selenati vor das Feld und versuchten mit einem Höllentempo, deren Rundengewinn zu verhindern. Das gelang ihnen zwar zunächst, doch als das Feld Beyer und Marguet nach einigen Minuten wieder eingeholt hatte, griffen zwei andere starke Teams an, die sich in dieser Zeit im Windschatten hatten ausruhen können: Politt/de Ketele sowie Theo Reinhardt und Morgan Kneisky. Ausgeruht und pfeilschnell schlossen sie nach Runden zu Stroetinga/Selenati auf – doch das hätte Politt und de Ketele nicht zum Sieg gereicht.

Also griff der routinierte Belgier, der bereits zwölf Sixdays-Siege auf dem Konto hatte (darunter 2018 in Bremen), erneut an und hatte in Politt genau den richtigen Partner, um spektakulär und unter Applaus der Zuschauer direkt den zweiten, siegbringenden Rundengewinn zu holen. „Ich kann mich nicht erinnern, dass wir je ein so spannendes und knappes Finale in der ÖVB-Arena erlebt haben“, sagt der Sportliche Leiter Erik Weispfennig.

Auch das Finale im Wettbewerb der Sprinter hatte es noch einmal in sich – allerdings mit zwei Enttäuschungen für einen neuen Bremer Publikumsliebling. Nachdem Robert Förstemann am Montag seinen eigenen Rundenrekord aus dem Vorjahr noch einmal verbessert hatte, verlor er diesen am Dienstag an seinen Konkurrenten Tomas Babek, der die 166 Meter in 8,531 Sekunden, also durchschnittlich mehr mit als 70 km/h zurücklegte. Nur Minuten später zog „Mr. Oberschenkel“ dann im direkten Duell mit dem Tschechen knapp den Kürzeren und musste seinem Konkurrenten auch hauchdünn den Gesamtsieg überlassen.

Mathias Freese Redakteur / Sportredaktion
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