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NWZonline.de Sport Weitere Radsport

RADSPORT: Dietz tritt mit Geständnis Lawine los

23.05.2007

BERLIN Bert Dietz hat mit seiner mutigen Doping-Beichte eine Lawine losgetreten. Die Uni-Klinik Freiburg reagierte auf die neuesten Anschuldigungen des Ex-Radprofis und beendete vorerst die Zusammenarbeit mit dem Telekom-Nachfolgeteam T-Mobile. Zudem wurden die im Mittelpunkt der Doping-Vorwürfe stehenden Ärzte Lothar Heinrich und Andreas Schmid von ihrem Dienst in der Klinik freigestellt.

Thomas Bach, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), forderte Athleten „auch aus anderen Sportarten“ auf, dem Dietz-Beispiel zu folgen und reinen Tisch zu machen. Endlich habe ein Sportler „den Bann des Schweigens“ gebrochen. In nächster Zeit soll es ein Gespräch zwischen DOSB und Dietz geben. Der Ex-Radprofi, von 1994 bis 1998 bei Telekom, hatte Doping-Missbrauch zugegeben und neue konkrete Vorwürfe gegen die Freiburger Ärzte Heinrich und Schmid erhoben.

Zum Ende der Saison werde Freiburg nicht mehr zuständig sein für die sportmedizinische Betreuung, bestätigte am Dienstag T-Mobile- Kommunikationschef Christian Frommert. Offensichtlich trat Freiburg von sich aus vorher auf die Bremse und zog ihre drei noch für das Team tätigen Ärzte zurück.

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Unterdessen bekräftigte Frommert, dass ein Ausstieg der Telekom aus dem Radsport-Sponsoring aber nicht in Frage komme. Schon vor einigen Monaten hatte sich der Konzern bis 2010 als Sponsor beim Team fest verpflichtet.

Team-Chef Rolf Aldag muss sich dagegen auf harte Zeiten einstellen. „Wir sind gerade bei einer Klärung. Es wird von uns im Laufe der Woche eine klare Geradeaus-Reaktion geben“, sagte Teamsprecher Stefan Wagner. Aldag, der zuletzt geleugnet hatte, von der offensichtlich Flächen deckenden Doping-Praxis in den 90er-Jahren etwas mitbekommen zu haben, war für den Neuanfang nach dem Ullrich- Eklat zum Teamchef der „neuen“ T-Mobile-Mannschaft gemacht worden.

Heinrich, dem Dietz wie zuvor der Ex-Betreuer Jef d'Hont aktives Doping vorwarf, wurde an die Spitze der neuen, strengen Anti-Doping-Bewegung im Bonner Team gestellt.

Anders als am 26. Februar ein stammelnder und sich in Widersprüche verwickelnder Ullrich waren die Aussagen des 38-jährigen Dietz von anderem Kaliber. Er nahm kein Blatt vor den Mund: Wenn sie vor Ort waren, hätten die Ärzte EPO, für ihn seit 1995 fast eine Selbstverständlichkeit wie Massage und Training, „selbst gespritzt“.„Wer noch im System ist, kann sich nicht outen, ohne direkt seinen Job zu riskieren“, sagte Dietz und nannte damit den Hauptgrund für das eiserne Radsport-Gesetz des Schweigens und Wegschauens. Dietz fordert für den erforderlichen Neuanfang eine Amnestie, mit

kompletter Aufarbeitung der Vergangenheit ohne Straf-Androhung. Der DOSB lehnt dieses ab. Präsident Bach: „Wir können nicht eine Art Freibrief ausstellen und sagen: Wer sich outet, ist außen vor.“

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