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NWZonline.de Sport Weitere Radsport

Radsport trauert um 23-Jährigen

10.04.2018

Lille /Köln Die Radsportwelt liegt in tiefer Trauer, lähmendes Entsetzen machte sich nach dem Tod des belgischen Profis Michael Goolaerts am Sonntag beim Frühjahrsklassiker Paris-Roubaix breit. Der 23-Jährige war nach einem Sturz mit einem Herzstillstand ins Krankenhaus von Lille geflogen worden, starb dort aber gegen 22.40 Uhr im Beisein seiner Familie und engsten Freunde. Während Offizielle und Fahrerkollegen kollektiv ihre Anteilnahme ausdrückten, lief im Hintergrund die Suche nach Antworten auf die drängenden Fragen: Wie und Warum?

Warum Goolaerts erste Begegnung mit der „Königin der Klassiker“ tödlich endete, war auch am Tag nach der Tragödie völlig unklar. Als gesichert gilt: Er kam nach gut 100 der insgesamt 253 Rennkilometer auf dem zweiten Kopfsteinpflaster-Sektor Briastreo ohne Fremdeinwirkung zu Fall. TV-Bilder hatten den Sturz nicht eingefangen, zu sehen war lediglich, wie Goolaerts mit gekreuzten Armen auf dem Boden lag, kein anderer Fahrer war zu diesem Zeitpunkt in der Nähe.

Ungeklärt ist: Hat der Belgier den Herzstillstand vor dem Sturz erlitten oder war er eine Folge des Sturzes? Die obligatorische Obduktion sowie weitere offizielle Untersuchungen sollen die genauen Umstände seines Todes aufklären.

„Mit unvorstellbarer Trauer müssen wir den Tod unseres Fahrers und Freundes Michael Goolaerts bekannt geben. Er starb an einem Herzstillstand, alle medizinische Hilfe half nichts“, hieß es in der Twitter-Mitteilung seines Rennstalls Veranda’s Willems-Crelan, für den Goolaerts in seiner zweiten Saison fuhr. Teamkapitän Wout van Aert sagte: „Goolie, Dein ewiges Lächeln war für mich Inspiration.“

Auch Weltverbandspräsident David Lappartient war zutiefst erschüttert: „Im Namen der UCI und der gesamten Radsportfamilie möchte ich der Familie, dem Team und allen Nahestehenden mein tiefstes Beileid zum Tod von Michael Goolaerts ausdrücken, der viel zu früh von uns gegangen ist. Wir teilen ihre unermessliche Trauer.“

Die belgische Zeitung „Het Laatste Nieuws“ schrieb vom „Drama von Paris-Roubaix“, auch die Fahrerkollegen waren fassungslos. „Ich kann es nicht glauben. Ich wollte euch erzählen, was für eine großartige Erfahrung es gestern für mich war, doch jetzt ist es nichts mehr wert“, schrieb der deutsche Sprinterstar Marcel Kittel. Der Slowake Peter Sagan konnte seinen ersten Sieg bei Paris-Roubaix ebenfalls nicht genießen. „Alle Gedanken und Gebete meines Teams und von mir gehören Michael Goolaerts. Was für eine traurige Nachricht . . .“, twitterte der Star der Szene.

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