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NWZonline.de Sport Weitere Radsport

Doping-Schatten erreicht erneut Radsport

14.12.2017

London Jetzt auch Chris Froome? Doping oder Therapie – das ist die Frage bei der im Urin des viermaligen Tour-de-France-Gewinners festgestellten Überdosis des Asthma-Mittels Salbutamol. Am 7. September war Froome auf dem Weg zu seinem ersten Vuelta-Sieg wie jeden Tag vorher als Träger des Roten Trikots getestet worden. Der 32-jährige Brite wies das Doppelte der erlaubten und von der Welt-Anti-Doping Agentur (Wada) als Grenzwert festgelegten Substanz von 1000 Nanogramm pro Milliliter auf.

Am Tag vorher hatte der Brite auf einer schweren Bergetappe auf den Los Machucos 1:46 Sekunden auf den Tagessieger und nicht viel weniger auf seine direkten Konkurrenten Vincenzo Nibali und Alberto Contador verloren. Froome und sein Team hätten sich laut dem Doping-geständigen Ex-Profi Michael Rasmussen wohl deshalb für „eine kleine Extra-Dosis Salbutamol“ entschieden. Das twitterte der Däne, der 2007 wegen Doping-Verdachts im Gelben Trikot aus der Tour genommen worden war.

Möglicherweise drohen Froome die Aberkennung des Vuelta-Sieges und eine Sperre, die seine angekündigten Starts beim Giro d’Italia (ab 4. Mai) oder bei der Tour (ab 7. Juli) gefährden könnte. Der Weltverband UCI wollte sich zum laufenden Verfahren nicht weiter äußern. In einem vergleichbaren Fall war der ehemalige italienische Sprintstar Alessandro Petacchi 2008 aus dem damaligen Milram-Team für ein Jahr gesperrt worden.

Der Sportrechtler Michael Lehner hält eine Sperre von bis zu einem Jahr für möglich. „Um Froome ranken sich ja schon länger Doping-Gerüchte. Die Einschätzung dieses speziellen Falles ist allerdings schwer. Aber der Weltverband wird ihn anklagen müssen“, sagte der Heidelberger Jurist.

Froome wurde laut UCI den Regeln gemäß nicht vorläufig suspendiert. Der 32-Jährige muss sich aber erklären, warum der Grenzwert überschritten wurde. Der Brite, der seine Vorbild-Funktion im Anti-Doping-Kampf immer offensiv vertreten hat, hatte im September nach großem Kampf die Vuelta gewonnen. Zwei Monate zuvor hatte er zum vierten Mal die Tour für sich entschieden.

Der derzeit beste Rundfahrer und dessen Rennstall Sky verwiesen auf Froomes Asthma-Erkrankung. Laut Sky bedeute der Test nicht, dass Regeln gebrochen worden seien. Froome gab relativ unaufgeregt zu Protokoll: „Es ist bekannt, dass ich Asthma habe, und ich weiß genau, wie die Regeln lauten. Ich benutze einen Inhalator, um meine Symptome zu behandeln, und ich weiß, dass ich jeden Tag getestet werde, wenn ich das Trikot des Führenden trage.“ Die Sky-Teamleitung versuchte, den signifikant erhöhten Wert zu erklären und verwies auf mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten und Ernährung.

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