• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Sport Weitere Radsport

Radsport Im Nordwesten: In digitalen Rennen kommt’s auf Watt an

09.05.2020

Oldenburg /Zetel Für die meisten Sportler ist die Saison beendet, für viele Individualsportler schon bevor sie überhaupt richtig angefangen hat. Bis Ende August sind wegen der Corona-Pandemie erstmal fast alle Wettkämpfe abgesagt. Und trotzdem fahren die Radsportler Felix Dierking und Marcel Fröse vom RSC Oldenburg am Wochenende ein Bundesliga-Rennen. Und dafür müssen sie nicht einmal ihre Wohnung verlassen. Denn der Bund Deutscher Radfahrer hat eine Serie von fünf Rennen bei der virtuellen Plattform „Zwift“ eingetragen.

Jeden Samstag können sich die besten Radfahrer Deutschlands, zunächst bis zum 16. Mai, so von zu Hause aus mit der Konkurrenz messen – in dem sie auf einem Rollentrainer fahren, der die Leistungsdaten live übermittelt. Auf dem Bildschirm sehen die Fahrer sich und ihre Gegner als virtuelle Figuren in Echtzeit durch New York, London, Innsbruck oder die Fantasiewelt Watopia radeln.

Bekanntes Starterfeld

Einer der 400 Teilnehmer der ersten zwei Rennen war Marcel Fröse aus Zetel, der lange beim RSC Oldenburg aktiv war. Der 27-Jährige, der in seinem ersten Profijahr 2013 zweimal schwerer stürzte und sich dann für ein Studium entschieden hatte, wollte in diesem Jahr noch einmal richtig angreifen. Seit 2017 fährt Fröse wieder Rennen, seit 2018 ist er beim Matrix Racing Team und feierte im vergangenen Jahr mit einem Etappensieg bei der Tour de la Guadeloupe, einer Rundfahrt auf Weltcup-Niveau in der Karibik, seinen größten Erfolg. „Ich hätte gerne noch eine vernünftige Saison drangehängt“, sagt der studierte Wirtschaftsingenieur – doch daraus wird nun wohl nichts.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Zumindest nicht wie geplant. „Zwift ist eine schöne Alternative“, sagt Fröse. Auch die Rennserie findet er gut. „Es ist schon spannend, auch in diesen Zeiten in einem Starterfeld mit bekannten Namen zu stehen. Und es ist nett zu sehen, dass man da zu den besten gehört“, erzählt Fröse, der im ersten Rennen Zehnter von 225 Männern wurde. Im zweiten Rennen verlor er an einem Anstieg den Anschluss an die Spitze. „Man wird zur Belastung gezwungen, so intensiv würde man sonst im Training nicht fahren“, meint der 27-Jährige: „Man wächst über sich hinaus – und sieht, wie fit man ist.“

Keine Kurven und Taktik

Das geht auch Felix Dierking so. Der 17-jährige Oldenburger ist 2019 schon in der Klasse U 19 Bundesliga-Rennen gefahren und war sofort angetan von der Idee der virtuellen Rennen. „Das ist ein neuer Anreiz. Man trainiert ja gerade ziemlich ins Leere“, sagt Dierking mit Blick auf den wohl gestrichenen Rennkalender im Sommer: „Die Bundesliga-Rennen geben einen neuen Fokus.“ Dabei hatte der Schüler des Gymnasiums Eversten aufgrund des Unterrichtsausfalls in den letzten Wochen noch mehr Zeit zum Training – das er hingegen vorwiegend draußen bestritt.

Beim Prolog, der am Mittwoch vor dem ersten Rennen stattfand, hatte Dierking noch technische Probleme. Am Samstag aber klappte es und Dierking wurde Fünfter der U-19-Klasse, im zweiten Rennen Sechster. „Es hat richtig Bock gemacht, sich mal auszupowern“, betonte der Oldenburger. Auch er kannte einige seiner Konkurrenten von früheren Lenker-an-Lenker-Duellen.

Mit einem richtigen Rennen auf der Straße sei das Online-Wettfahren jedoch nicht zu vergleichen. „Es ist deutlich physischer. Auf Technik und Taktik kommt es nicht an, weil man selbst ja zum Beispiel keine Kurven fahren muss“, erklärt Dierking, der von sich sagt, ein gutes Rad-Handling zu haben und sich gut im Feld bewegen zu können – „das kommt aber nicht zum Tragen. Aber ich habe auch Power“, ergänzt er schmunzelnd.

Watt ist alles

Das ist der maßgebliche Parameter: Wie viel Watt ein Fahrer pro Kilogramm Körpergewicht auf das Pedal treten kann. Und hier sieht Fröse ein mögliches Problem: „Das Ganze funktioniert auf Vertrauensbasis. Wenn jemand sich zehn Kilo leichter macht, verschafft er sich einen Vorteil, erklärt Fröse. Deshalb gebe es auch kein Preisgeld bei den Rennen.

Diese Eigenheit wirkt sich auch auf die Renngestaltung aus. „Am Anfang geht es mehrere Minuten mit Vollgas los“, erzählt Dierking. Auch Fröse war etwas überrumpelt: „Die starken Fahrer haben am Anfang alles zerfahren. Zum Glück gab es dann irgendwann eine ruhigere Phase.“ Das 40-Kilometer-Rennen hat dennoch nur gut 52 Minuten gedauert. Auch das sei ein Unterschied zu den Rennen auf der Straße: Dort sei ein Bundesliga-Rennen 160 Kilometer lang. Fröse würde sich auch auf Zwift mal ein 100-Kilometer-Rennen wünschen – „das wäre dann mal etwas ruhiger“.

Ein bisschen Mario Kart

Das wolle er deshalb, weil er das Positionsfahren bei Zwift gewöhnungsbedürftig findet – also die Art, wie die App etwa Windschatten berechnet. Dass man bei Gefälle von sechs Prozent und mehr aufhören muss zu treten, damit der virtuelle Fahrer automatisch eine aerodynamischere Position einnimmt, hat Fröse erst beim zweiten Rennen erfahren.

Dierking möchte eine andere Eigenart des wattgesteuerten Videospiels perfektionieren: wann er die „Power-Ups“ einsetzt, die die Fahrer hin und wieder erhalten. Die erinnern an das Konsolenspiel Mario Kart – nur dass es keine Bananenschalen oder Panzer gibt, die man den Gegnern vor die Reifen wirft. Stattdessen gibt es eine Feder, die den Fahrer für kurze Zeit leichter macht, oder einen Helm, der aerodynamischer macht.

Kommentiert von Rick Zabel

Fröse findet außerdem gut, dass die Rennen live im Internet übertragen und sogar kommentiert werden, unter anderem von Sprinter Rick Zabel. „Das kann man sich dann hinterher noch einmal in Ruhe anschauen – ohne maximal angestrengt zu sein“, sagt der 27-Jährige und resümiert: „In der jetzigen Zeit eine sehr gute Abwechslung.“

https://www.rad-bundesliga.net/gca-liga/

Mathias Freese Redakteur / Sportredaktion
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2032
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.