RAPALLO - Der Radsport steht nach dem Tod des belgischen Sprinters Wouter Weylandt unter Schock. Der 26-Jährige starb am Montag beim Giro dItalia nach einem Sturz während der dritten Etappe an seinen schweren Kopfverletzungen. Trotz 40-minütiger Wiederbelebungsversuche noch an der Unfallstelle 24 Kilometer vor dem Zielort Rapallo (Provinz Genua) kam für den Teamkollegen von Fabian Wegmann jede Hilfe zu spät.
Er hatte einen Schädelbasisbruch und schwere Gesichtsverletzungen, sagte Rennarzt Giovani Tredici. Seinen Angaben zufolge streifte Weylandt mit der linken Pedale eine Mauer, verlor dann das Gleichgewicht und stürzte auf das Gesicht.
Wouter Weylandt war schon bewusstlos, als wir eintrafen. Wir haben 40 Minuten lang versucht, ihn zu reanimieren. Aber es war nichts mehr zu machen, so der Rennarzt. Nach anfänglich vergeblichen Versuchen informierte das Luxemburger Team Leopard Trek Weylandts Frau von dem tödlichen Unfall. Sie erwartet im September das erste gemeinsame Kind.
Das Rennen werde an diesem Dienstag fortgesetzt, erklärte Giro-Chef Angelo Zomegnan am Montagabend auf einer Pressekonferenz. Er überlasse es jedoch den Fahrern, wie sie die vierte Etappe gestalten und werde jede Entscheidung respektieren, sagte Zomegnan. Damit könnte es auf den 216 Kilometern von Quarto dei Mille nach Livorno eine Gedenkfahrt im Bummeltempo und ohne Zielsprint geben.
Der Präsident des Welt-Radverbandes UCI, Pat McQuaid, sprach den Angehörigen, dem Team und allen Freunden Weylandts im Namen der gesamten Radsport-Familie sein Mitgefühl aus. Weylandts Stallkollegen ließen zunächst offen, ob sie weiterfahren werden. Dies wollte die Teamleitung den Fahrern freistellen.
Den Rettungskräften boten sich schreckliche Bilder. Einen Tag nach seinem neunten Rang bei der längsten Etappe des diesjährigen Giros lag Weylandt regungslos auf dem Asphalt. Er blutete stark im Gesicht, nachdem er auf der Abfahrt des Passo del Bocco offenbar weit durch die Luft geschleudert worden war.
Noch am Montagabend eröffnete der Stellvertretende Staatsanwalt von Chiavari, Francesco Brancaccio, ein Ermittlungsverfahren zur Klärung des Unfallhergangs. Er ordnete auch die Autopsie des Leichnams im Krankenhaus von Lavagna an.
