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NWZonline.de Sport Weitere Radsport

Routinier will es in Bremen wissen

18.01.2016

Bremen Erik Weispfennig blieb für einen Moment das Herz stehen. Direkt vor den Füßen des Sportlichen Leiters der Bremer Sixdays hatte es Christian Grasmann erwischt. Reifenplatzer, da haben die Radprofis keine Chance, unweigerlich machen sie da Bekanntschaft mit dem harten Holz der Radrennbahn. Aber auch „Grasi“, wie sie ihn in der Bahnrad-Szene nennen, ist aus hartem Holz geschnitzt. Keine fünf Minuten nach dem Sturz saß er schon wieder im Sattel. Ausgerechnet Grasmann – das hat sich nicht nur Weispfennig in der Schrecksekunde der Nacht zum Sonntag gedacht. Natürlich wünscht man niemandem der 24 Profis einen Sturz, aber dem „Grasi“ schon gar nicht.

Noch kein Sieg in Bremen

Mehr als 60 Sechstagerennen ist der bereits gefahren, zum elften Mal ist der 34-Jährige jetzt in Bremen am Start, noch nie hat er gewonnen. Einmal war er Dritter an der Seite von Leif Lampater. Wann das war, daran kann sich der sympathische Profi mit dem Hipster-Bart nicht erinnern.

Es war eine lange Lehr- und Leidenszeit für den Mann aus dem oberbayrischen Irschenberg. Inzwischen zählt er zu den Routiniers im Fahrerfeld – und gemeinsam mit seinem belgischen Partner Kenny de Ketele zu den Favoriten. Sogar die Konkurrenz gönnt ihm den Sieg. Titelverteidiger Marcel Kalz zum Beispiel. „Natürlich will ich gewinnen“, sagte er, „aber wenn es nichts wird, dann gönne ich es dem ‚Grasi’ ganz besonders.“ Kalz plagt sich mit Sitzproblemen herum, gemeinsam mit Partner Alex Rasmussen fährt er dennoch vorn mit. Genau so wie das Team Morgan Kneisky/Jesper Mørkov.

Der Franzose und sein dänischer Partner haben am Sonntag Platz eins im Gesamtklassement übernommen. Dank einer Bonusrunde führen sie hauchdünn vor Grasmann und de Ketele. Kalz/Rasmussen liegen als Dritte ebenfalls noch in Reichweite.

Mit dem Spanier Sebastian Mora und seinem niederländischen Partner Yoeri Havik hat sich noch ein weiteres Team zu den Sieganwärtern gesellt. „Der Mora, das ist ein richtiger Stier“, meint Grasmann voller Achtung, „das ist abartig, wie der reintritt.“ Grasmann gönnt man den Sieg wohl auch, weil er mit seinem Team Maloja Pushbikers dabei ist, seinen Sport ein gehöriges Stück nach vorn zu bringen. Was der Bund Deutscher Radfahrer mit seinen verkrusteten Strukturen über Jahre verschlafen hat, scheint „Grasi“ als Manager, Kapitän und Marketing-Chef zu schaffen: den Bahnradsport in Deutschland populärer zu machen und den Nachwuchs zu begeistern.

Zweiter in Rotterdam

Das Team hat einige der besten deutschen Bahnfahrer unter Vertrag und sorgt weltweit auf Veranstaltungen für Furore. Das will Grasmann, gerade in Rotterdam Zweiter geworden, nun auch in Bremen. Er selbst gibt sich vor dem Finale nicht nur locker, er ist es auch. „Ich habe wahnsinnig Spaß an meinem Job. Und dann schauen wir mal, was rauskommt“, sagt „Grasi“. Vielleicht ja der erste Sechstagesieg seiner Karriere. Bahnchef Erik Weispfennig jedenfalls traut es ihm zu: „Christian ist in der Form seines Lebens und hat einen super Partner.“

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