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NWZonline.de Region Ammerland Gemeinden Rastede

„Besser nicht in Illusionen begeben“

03.03.2006

RASTEDE Shimon Stein folgte einer Einladung der AG für den Frieden. Er blieb zwei Stunden.

Von Christian Bartsch RASTEDE - Der Besuch des hochrangigen Gastes war sorgsam vorbereitet: Bevor Shimon Stein, Israelischer Botschafter in Deutschland, die Neue Aula betrat, bezogen seine Sicherheitskräfte an allen Eingängen Position. Auf dem Parkplatz stand ein Rettungswagen bereit, eine Polizeistreife hielt dort ebenfalls. Der Diplomat war einer Einladung der „Arbeitsgemeinschaft für den Frieden“ der KGS Rastede gefolgt, die schon mehrfach interessante Gesprächspartner in den Residenzort holen konnte.

Thema der offenen Podiumsdiskussion – geleitet von den Schülerinnen Hoa Nguyen, Friederike Dinse, Christina Voigt und Neele Rieks – waren natürlich die deutsch-israelischen Beziehungen und die jüngsten Entwicklungen im Nahost-Konflikt. Doch Stein sorgte erst einmal mit seinen Einschätzungen zur Lage des deutschen Fußballs für Auflockerung: „Über das Debakel in Florenz reden wir besser nicht“, sagte der in Palästina geborene Stein, der Fußball schauen als sein Hobby bezeichnete. In Bezug auf den Gewinn der Weltmeisterschaft riet er: „Die Deutschen sollten sich angesichts des vorhandenen Potentials da nicht in Illusionen begeben.“

Nach Deutschland gekommen sei er erstmals 1980, so Stein, „weil ich dem ,anderen Deutschland‘ begegnen und mich mit der jungen Generation auseinander setzen wollte“. Auf die Frage, ob die deutsch-jüdischen Beziehungen jemals wieder „normal“ werden könnten, antwortete Stein: „Ich kann die Sehnsucht der Deutschen verstehen, die Beziehungen endlich als normal beschreiben zu können. Aber ich nehme nicht jeden Tag Temperatur und stelle mir dabei diese Frage.“

Den Wahlsieg der palästinensischen „Hamas“ bewertete Stein kritisch: „Dass damit nun eine religiöse Dimension in die Friedensverhandlungen eintritt, macht es nicht einfacher.“ Allgemein gelte: „Solange die arabischen Nachbarstaaten das Existenzrecht Israels nicht anerkennen, sind wir auch weiterhin eine Demokratie unter Belagerung“. Vor diesem Hintergrund müsse man auch die Worte des iranischen Staatspräsidenten ernst nehmen, der zur Vernichtung Israels aufgerufen hatte: „Auf Worte folgen Taten.“

Zum Bau des Terrorschutzzaunes sagte Stein nach zwei Stunden abschließend: „Das Recht auf Leben steht über der Qualität des Lebens. Deutschland sei zudem in Sachen Sicherheit schlicht verwöhnt – „hier ist das eher ein theoretisches Problem“.

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