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NWZonline.de Region Ammerland Gemeinden Rastede

Sport: Fürs Abzeichen in der Weser geschwommen

09.03.2013

Rastede Das Urkundenheft mit dem grauen Umschlag ist noch gut erhalten. Es stammt aus dem Jahr 1959 und gehört Gerd Cornelssen aus Neusüdende, der vor mehr als 50 Jahren erstmals die Bedingungen des Deutschen Sportabzeichens erfüllte.

Cornelssen hat das Dokument Manfred Decker zur Verfügung gestellt. Der Rasteder arbeitet zurzeit an einer Ausstellung mit, die anlässlich des Jubiläums „100 Jahre Deutsches Sportabzeichen“ in diesem Jahr auch in Rastede gezeigt werden soll.

„Ich suche noch alte Fotos, Urkundenhefte, Zeitungsausschnitte und andere Dokumente von Rastedern, die das Sportabzeichen abgelegt haben“, sagt Decker, der seit 2001 Sportabzeichenbeauftragter in Rastede ist. Er hofft auf die Unterstützung der Bürger, um Material für die Ausstellung zu sammeln.

Wer noch Dokumente besitzt oder weiß, dass sich solche Erinnerungsstücke in einem Nachlass befinden oder vielleicht auch Erinnerungen an Helfer oder Menschen hat, die in den Anfangsjahren in Rastede die Bedingungen des Sportabzeichens erfüllt haben, kann sich mit Decker in Verbindung setzen (Tel. 0 44 02/98 92 26). Unterstützt wird er auch von Ullrich Fröhlich (TuS Lehmden), der bei der druckreifen Umsetzung von Bildern behilflich ist.

Cornelssens Urkundenheft ist bislang das älteste Dokument, das Decker erhalten hat. Am 29. August 1959 schwamm Cornelssen die 300 Meter in acht Minuten und 15,1 Sekunden. Zwei Tage zuvor hatte er beim Weitsprung 4,77 Meter erreicht. Bereits am 20. August kam er beim Kugelstoßen auf 8,30 Meter und lief die Fünf-Kilometer-Distanz in 22 Minuten und 32 Sekunden. Für die 400-Meter-Strecke benötigte der Neusüdender am 17. September 64,1 Sekunden, ist dem Heft zu entnehmen. Kurt Dauschek und August Feye hatten damals die Prüfungen abgenommen.

Decker konnte bereits weitere Sportabzeichen-Obmänner ermitteln: Karl Hamjediers, Edith Schomerus, Karl Afken, Agnes Röben, Helmut Jacobs, Inge Borchers und Ernst-August Graffe tauchen in den 1960er, 70er und 80er Jahren unter anderem auf, erzählt Decker und sagt, dass da „schon ein bisschen Recherche“ nötig ist, um an alte Aufzeichnungen zu gelangen. „Ich habe beim VfL Rastede im Archiv gestöbert, aber so viel gibt es da leider nicht“, bedauert der 76-Jährige.

Er selbst erfüllte die Bedingungen als Jugendlicher Anfang der 1950er Jahre erstmals. Sein erstes Erwachsenen-Sportabzeichen legte er 1964 ab – damals noch in Nordenham, wo Decker lebte. „Schwimmen musste ich damals in der Weser, weil es in Nordenham kein Hallenbad gab“, erinnert er sich. „Schwimmen im Strom“ nannte sich die Disziplin.

Beim Hochsprung schaffte Decker 1,42 Meter, die 100-Meter lief er in 13 Sekunden. Beim Kugelstoßen kam er auf eine Weite von gut neun Meter, die Fünf-Kilometer-Distanz bewältigte er in gut 21 Minuten. „Sieben Kilometer Nordic Walking habe ich mit 75 noch in 51 Minuten und 19 Sekunden geschafft“, berichtet Decker.

Das bisher bekannte, älteste Rasteder Sportabzeichen nach dem Zweiten Weltkrieg legte Annegret Lehners ab. Agnes Röben war Prüferin. „Zu der Zeit war es üblich, dass die Urkundenhefte nach Westerstede zu Karl Hamjediers (Kreisobmann) gebracht wurden. Die Überbringer wurden von Karl mit Kaffee und Kuchen bewirtet, bevor sie die Rückfahrt nach Rastede antraten“, schildert Decker.

Wie viele Menschen in Rastede die Bedingungen des Deutschen Sportabzeichens in einem Jahr erfüllt haben, kann der 76-Jährige zumindest bis 1989 zurückverfolgen. Damals waren es 75 Personen in der Gemeinde. Im bisherigen Rekordjahr 2009 erfüllten 1230 Personen die Bedingungen.

Der Grund für die enorme Steigerung: Zwischenzeitlich waren die Rasteder Schulen ins Boot geholt worden. Hunderte Schüler legen Jahr für Jahr die Bedingungen ab.

Die älteste Aufzeichnung, die Aufschluss gibt über die Zahl der Personen, die die Bedingungen im Landkreis erfüllten, datiert aus dem Jahr 1954. Im gesamten Landkreis waren es seinerzeit 15 Personen. Im vergangenen Jahr lag die Zahl bei rund 3700.

„Der Boom war im Jahr 2002, als die Schulen dazukamen“, blickt Decker zurück. Damals stieg die Zahl von 899 auf 1512 im Kreis. Die 3000er Marke wurde erstmals in 2007 geknackt mit 3195 abgelegten Sportabzeichen kreisweit.

Bei der Abnahme der Bedingungen kann Decker auf eine große Helferschar zurückgreifen. Seit Jahrzehnten dabei sind zum Beispiel Armin Boumann, Helmut Staschke sowie Annegret und Jan Lehners. Auch Walter Backhaus und Horst Unsinger gehören zu diesem Kreis.

Sie alle helfen mit, die Ergebnisse derjenigen festzuhalten, die in Rastede das Sportabzeichen ablegen. Notiert werden die Zahlen dann allerdings auf einem Laufzettel. Denn die Urkundenhefte mit dem grauen Umschlag gibt es heute nicht mehr.

Frank Jacob Rastede/Wiefelstede / Redaktion Rastede
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