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NWZonline.de Region Ammerland Gemeinden Rastede

Diese Brücke wird zum „Navi“ für Fledermäuse

16.03.2019

Hahn-Lehmden Ein neuer und zwei Meter hoher Zaun ist an einer Brücke über die Autobahn 29 bei Hahn-Lehmden installiert worden. Es ist kein normales Brückengeländer, sondern soll Fledermäusen den Weg von ihrem Ratsquartier auf der östlichen Seite der Autobahn zum Nahrungsquartier westlich der Autobahn weisen – dort liegen Nethener Seen.

Sebastian Mannl ist der Gesamtleiter des Projekts Küstenautobahn bei der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Oldenburg. Er und der für den ersten Bauabschnitt zwischen Westerstede und Hahn-Lehmden verantwortliche Christoph Hollander erläuterten die ungewöhnliche Baumaßnahme.

Autobahn trennt Quartier

Biologen hatten nämlich festgestellt, dass die Fledermäuse, die bei Hahn-Lehmden leben, eine Brücke über die Autobahn etwas nördlich des Parkplatzes Bekhauser Büsche zur Orientierung auf dem Weg zu den Nethener Seen nutzen. Diese Brücke im Verlauf des Bekhauser Moorwegs soll aber abgerissen werden, weil genau dort das Autobahnkreuz der Küstenautobahn 20 mit der A 29 entstehen soll. Deshalb schlugen die Biologen vor, einen Fledermaus-Leitzaun auf der etwas südlich gelegenen und nicht weit entfernten Brücke über die A 29 (Bekhauser Esch) zu installieren und die Fledermäuse „umzugewöhnen“. „Die Fledermäuse leben im Wald bei Hahn, aber nutzen Wasserflächen bei Nethen“, erläutert Mannl. „Fledermäuse orientieren sich an Landschaftsstrukturen, an Alleen oder einzelnen Bäumen.“ Es gibt gute Erfahrungen bei Bauprojekten, wie man Fledermäuse „umleitet“. Mannl spricht von „zuführenden Strukturen“. Vom Wohnquartier im Wald haben die Straßenbauer Bäume gepflanzt, parallel zur Hahner Bäke. Dadurch werden die Fledermäuse an den Bäumen vorbei zur Brücke und weiter zu den Seen geleitet. „Dadurch ist die südliche Route für die Fledermäuse attraktiver“, ist auch Christoph Hollander überzeugt.

Zwei weitere Naturschutzmaßnahmen bei Westerstede und bei Varel stehen ebenfalls im Zusammenhang mit der Küstenautobahn. Es handelt sich um das Waldgebiet Rechter Brok bei Westerstede, das für Vogelarten attraktiver gemacht wird, die Gehölze bewohnen. In der Nähe des Waldgebiets entsteht das Autobahndreieck A20/A28.

Offenland geschaffen

Eine weitere ungewöhnliche Naturschutzmaßnahme wird von Bürgern kritisiert. Auf dem Gelände des ehemaligen Standortübungsplatzes Friedrichsfeld zwischen Varel und Bockhorn wurde 150 Hektar sogenanntes Offenland hergestellt. Bäume wurden gefällt, Gehölze entfernt, damit dort Bodenbrüter siedeln können (für den Bau der Küstenautobahn wird als Ausgleich für den Landschaftsverbrauch die Schaffung von 150 Hektar Offenland vorgeschrieben). Mittlerweile sind die Gehölzreste zusammengeschoben, sie werden nach Hollandes Worten bald abtransportiert. Woher die Bodenbrüter (Kiebitze) wissen, dass sie dort brüten können? Nach Mannls Worten werden bei Friedrichsfeld Wasserflächen geschaffen. Die Verbindung von Wasserflächen und Offenland sei für die Bodenbrüter attraktiv.

Planungsbüros in Nordrhein-Westfalen hätten damit bei Straßenbauprojekten gute Erfahrungen gemacht. Entscheidend seien „offene Strukturen und das Wasserangebot“, wenn sich Kiebitze für die Brut entscheiden, sagte Mannl.

Hans Begerow Leitung / Politik/Region
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