IPWEGE - Die „Initiative gegen das Industriegebiet am Autobahnkreuz Oldenburg-Nord“ fordert einen sofortigen Stopp der Rodungsarbeiten im künftigen Industriegebiet an der B 211 in Ipwege und hat, so ihre Sprecherin Martina Muhr, einen entsprechenden Antrag beim Oberverwaltungsgericht in Lüneburg eingereicht. Wie berichtet, haben in dieser Woche die Fällarbeiten begonnen; 10 Hektar Wald weichen in dem insgesamt 20 Hektar großen Gebiet. Vertreten werden die Industriegebiets-Gegner – sie befürchten „Lärm, Abgase und Lkw-Verkehr rund um die Uhr“ – durch den Ammerländer Rechtsanwalt Wolf Weber. Der SPD-Politiker war im niedersächsischen Kabinett Ende der 90er-Jahre Sozialminister und später Justizminister.

Die Bäume hätten auch weichen müssen, wenn die Fläche als Gewerbe- und nicht als Industriegebiet ausgewiesen worden wäre. Mit diesem Kompromiss hätte die Initiative leben können: „Das war unser Schritt auf die Gemeinde zu“, so Martina Muhr.

Die Gemeinde indes sei den Gegnern des Industriegebietes in keiner Weise entgegengekommen: „Jetzt bleibt uns nichts anderes übrig, als die Bauleitplanung, die uns sehr zweifelhaft vorkommt, überprüfen zu lassen, und dazu gehört auch der Wald“, erklärt die Sprecherin. Aus Sicht der Initiative sollen mit den Rodungsarbeiten nun Fakten geschaffen werden: „Die Gemeinde hat bislang nur ein einziges Unternehmen genannt, das vages Interesse an einer Ansiedlung im Industriegebiet bekundet. In den Zeiten der aktuellen Wirtschaftskrise ist völlig unklar, ob überhaupt weitere Interessenten folgen werden. Deshalb ist es unverständlich, warum jetzt bereits der gesamte Wald abgehauen wird.“

Die Gemeinde Rastede hatte den Bebauungsplan im August dieses Jahres beschlossen und vor etwa vier Wochen öffentlich bekannt gemacht. Jetzt wurden die Arbeiten an einen Fachbetrieb vergeben, der den Wald in etwa zwei bis drei Wochen gerodet haben wird. „Anstelle des von forstwirtschaftlichen Experten bestenfalls als mittelmäßig eingestuften zehn Hektar großen Waldstandorts wird auf über 17 Hektar hochwertiger Mischwald entstehen, so dass auf Dauer die Natur gewinnt“, heißt es in der Pressemitteilung des Rasteder Bürgermeisters. Er geht nicht davon aus, dass die Initiative mit ihrem Eilantrag Erfolg haben wird.