LOY - Das „Nest“ wird schon gebaut. Der Maurer und Tagesvater Carsten Rosteck hat ganz besondere Zukunftspläne – Emanzipation einmal anders.
von wolfgang müller
LOY - Maurer ist er, aber ob er seinen Beruf „ewig“ ausführen wird, ist fraglich. „Ich hab‘ an später gedacht“, sagt Carsten Rosteck und begründet damit einen Schritt, der für Männer eher ungewöhnlich ist: Er hat sich zum „Tagesvater“ ausbilden lassen, hat also die Qualifikation, Kinder zu betreuen.Der 27-Jährige wohnt in der Gemeinde Ovelgönne, in Rastede ist er als Maurer beschäftigt. Die Gemeinde Rastede ist auch seine neue Heimat. Im August vergangenen Jahres hat er Stephanie Niehaus aus Barghorn geheiratet, sie ist Erzieherin im Kindergarten Loy. Dort baut das Paar jetzt auch sein Haus – groß genug für Kinder.
„Wenn die eigenen Kinder da sind, werde ich die Kelle einölen und wegpacken“, weiß Carsten Rosteck jetzt schon. Und weil ihm der Umgang mit Kindern Spaß macht, wird er sich dann Tageskinder ins Haus holen.
Erfahrung damit hat er nicht nur in der Theorie. Er und seine Frau haben schon wiederholt Kinder betreut, wenn die Eltern verreist oder auf einer Feier waren. Und dass er gut mit Kindern umgehen kann, hat er auf verschiedenen Baustellen von Familien mit Kindern gemerkt.
Beim ersten Lehrgang (Dozentin Magdalena Bode-Wilbers) hat Carsten Rosteck etwa ein Jahr lang immer wieder abends die „Schulbank gedrückt“, bis er das Landeszertifikat in der Tasche hatte. „Bei dem Kursus war ich schon der Exot“, bemerkt er. Hier war er der einzige Mann zwischen Frauen, die schon eigene Kinder hatten und sich verändern wollten. Der Lehrgang indes reicht ihm noch nicht, jetzt strebt er das Bundeszertifikat und damit eine noch höhere Qualifikation an.
Später als „Hausmann“ tätig zu sein, kann sich der junge Mann gut vorstellen. Einen Zeitplan hat sich das Paar indes nicht gesteckt. Erst soll das Haus fertig sein, das komplett in Eigenleistung gebaut wird.
